Sportplatz am Wasserturm ist geschlossen. Sportler suchen sich Schlupflöcher

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Mal eben ein paar Runden um dem Sportplatz in der Mittagspause oder nach Feierabend drehen. Damit ist es nun vorbei, zumindest ist der Sportplatz an der Kastanienallee als einzig zentrumsnahe Gelegenheit nun verrammelt und verriegelt.

Die Sportler nutzen ihn dennoch weiter, verschaffen sich durch Löcher im Zaun Zutritt. Wolfgang Kartheuser steht in Kontakt mit der Stadt. Die Antworten, die er bislang erhielt, weshalb der Sportplatz nicht mehr nutzbar sei, sind für ihn unbefriedigend und so dreht er regelmäßig weiter seine Runden, gemeinsam mit anderen Sportlern. Der Immobilienmakler ist verärgert: „Ich drehe auf dem Sportplatz am Wasserturm gemeinsam mit anderen schon viele Jahre meine Runden.“ Die Läufer sind keinem Sportverein angeschlossen und bislang bot der Platz ideale Voraussetzungen zur körperlichen Ertüchtigung. „Über die Jahre sind Freundschaften entstanden und es war eine schöne Angelegenheit, hierherkommen zu können.“
Doch dann haben sich hier Veränderungen ergeben. Der Abbau am Platz ging immer weiter. „Die Flutlichtmasten wurden abgesägt, das Geländer dadurch ringsum demoliert.“ Schäden, die am Gebäude durch den Sturm Ela entstanden, machten den Zustand nicht besser. „Dann wurden auch die Umkleidekabinen und das Sportgebäude erst vernagelt und dann sogar verschraubt.“ Als nächster Schritt wurden die Fußballtore abgerissen. „Das neueste Vorgehen war, dass die Eingangstore verbarrikadiert und nun sogar zugeschweißt wurden.“
Davon lässt sich Kartheuser nicht abhalten. „Die einzige Möglichkeit, auf den Platz zu kommen und dort zu laufen, sind Schlupflöcher im Zaun.“ Die nutzt er mit voller Absicht. „Ich weiß, dass ich mich damit strafbar mache.“ Der Immobilienmakler versteht nicht, weshalb der Platz nicht mehr genutzt werden darf. „Er ist in einem einwandfreien Zustand. Wenn jemand erzählt, es würde eine Unfallgefahr bestehen, dann stimmt das einfach nicht.“ Bis zum Beginn der Sommerferien haben, so Kartheuser, auch noch Mannschaften auf dem Platz gespielt. „Ihnen wurde dann sehr überraschend mitgeteilt, dass sie auf andere Plätze ausweichen sollen.“
Auch für die vereinslosen Läufer gibt es eine Alternative: den Platz am Sportzentrum. Dort möchte Kartheuser seine Runden aber nicht laufen. „Ich habe keine Lust, mich erst in mein Auto zu setzen oder einige Stationen mit dem Bus zu fahren, um mich dann bewegen zu können.“ Mit seinem Anliegen ist er auch an die Stadt herangetreten. Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach: „Die Stadt Velbert hat mehrfach öffentlich ihre Ziele zur Aufgabe und Umnutzung des Sportplatzes an der Kastanienallee durch entsprechende Beschlüsse dokumentiert. Unter anderem ist auch die Aufgabe dieser sanierungsbedürftigen Sportstätte zur Gegenfinanzierung des neuen Sportzentrums vorgesehen. Die Sporthalle wurde bereits im Herbst 2012 mit Eröffnung des neuen Sportzentrums geschlossen.“ Der Ratsbeschluss, dass der Standort Kastanienallee künftig als Wohnbaufläche ausgewiesen wird, wurde bereits im März 2010 wirksam. „2014 wurde durch den Umwelt- und Planungsausschuss der Aufstellungsbeschluss wirksam, ein Wohngebiet zu entwickeln.“
Aktuell werden in der Stadtverwaltung verschiedene Planvarianten erörtert. „Wie auch in der Vergangenheit werden ebenfalls die weiteren Schritte öffentlich sein und die Bürger beteiligt“, so Blißenbach und weiter: „Entscheidungen hinsichtlich einer Veräußerung werden zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.“
Als der Stadtanzeiger die Begebenheiten fotografieren wollte, stand das Tor des Sportplatzes offen - vor dem Tor stand ein Fahrzeug der städtischen WOBAU. Auf Nachfrage bei der Stadt sagt Pressesprecher Blißenbach lediglich: „Das Tor ist geöffnet, weil Abbaumaßnahmen am Sportplatz stattfinden.“ Aus diesem Grunde ist es auch nicht gestattet, den Platz zu nutzen. „Natürlich finden auch Untersuchungen statt, damit man weiß, was mit dem Bereich gemacht werden kann.“ Von einem Wobau-Mitarbeiter wisse er nichts. Konkrete Baupläne lägen bislang nicht vor.
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Michael Alfermann aus Essen-Ruhr | 30.07.2015 | 20:35  
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