Abgelenkt durch Elektronik: Verkehrsunfallstatistik im Kreis Mettmann gibt Aufschluss über Unfallursachen

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Die Wahrscheinlichkeit, im Kreis Mettmann einen Verkehrsunfall zu erleiden, liegt deutlich niedriger als sonstwo in Nordrhein-Westfalen.

Dennoch wird die Polizei durch verstärkte Kontrollen versuchen, die Sicherheit auf den Straßen zwischen Rhein und Deilbach zu erhöhen.
„Killer Nummer eins ist die überhöhte Geschwindigkeit“, so Thomas Decken, Leiter der Direktion Verkehr, und kündigt verstärkte Kontrollen an. Neue Zweiseiten-Radarmessgeräte sorgen dafür, dass diese kaum gesehen werden und überall gemessen werden kann. Beim „Blitzmarathon“ im vergangenen Jahr wurden 14.000 Fahrer kontrolliert, 1.100 Verstöße wurden geahndet. „Das ist eine PR-Aktion des Innenministers“, so Decken, der sich wünscht, dass die Kontrollen nicht angekündigt werden. Eine gewisse Wirkung bleibt trotzdem: „Die Leute fahren Tage danach noch vorschriftsmäßig.“
Der einzige tödliche Verkehrsunfall trug sich im vergangenen Jahr in Neviges zu: Ein 28-jähriger Wuppertaler verlor im Januar wegen überhöhter Geschwindigkeit auf glatter Fahrbahn bei verbotswidrigem Überholen die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam an einer Betonmauer zum Stillstand, der nicht angeschnallte Fahrer starb noch an der Unfallstelle.
Seit 2006 sank in Velbert die jährliche Zahl der Unfälle von 2629 auf 2005 in 2013, im Jahr 2014 wurden 2191 Unfälle von der Polizei aufgenommen, eine Steigerung von 9,3 Prozent. In Heiligenhaus ging die Zahl der Unfälle um 97 auf 580 zurück, ein Minus von 14,3 Prozent.
Im gesamten Kreis sank die Zahl der Unfallfluchten, jeder zweite Unfallflüchtige wird ermittelt. Noch erfolgreicher sind die Fahnder bei Unfallfluchten mit Personenschaden: 79,6 Prozent der Verursacher werden ermittelt, unter anderem durch eine verbesserte technische Ausstattung der Polizei. „Das ist landesweit der vierthöchste Wert“, so Thomas Hendele. „Unsere Botschaft ist: Bei einem Unfall anhalten und stehen bleiben“, ergänzt Thomas Decken.
Neben Alkoholkontrollen wird dem Drogenkonsum am Steuer besondere Aufmerksamkeit geschenkt: „Die Drogen haben inzwischen den Alkohol abgelöst, Drogen sind inzwischen gesellschaftlich akzeptiert“, so die Einschätzung von Thomas Decken. „Wir wundern uns, wo wir Treffer haben, das geht vom Rechtsanwalt bis zum Rocker.“
Als eine immer bedeutendere Unfallursache hat die Polizei „ablenkende Unterhaltungselektronik“ im Auto ausgemacht, „das kann mal das Navi sein oder der Kopfhörer, und das Handy geht immer“, weiß Decken, der ankündigt, dass die Polizei das Handyverbot am Steuer stärker überwachen wird.
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