Für den Einzug in ein neues Leben

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Die Wohnungen sind renoviert und möbliert, die Schlüssel liegen bereit. Jetzt suchen Judith Ortmann (von links), Diane Kollenberg-Ewald und Anja Jentjens von der Bergischen Diakonie nur noch die Mieter.
Velbert: Wichernstraße | Die Töpfe stehen schon auf dem Herd, es riecht nach Holz und neuen Möbeln: Zwei neu angemietete Wohnungen an der Wichernstraße warten darauf, bezogen zu werden. Dahinter steht ein Projekt der Bergischen Diakonie mit dem Namen „FASE - Familiensysteme erhalten“. Die Idee ist, psychisch kranke oder suchtkranke Eltern und ihre Kinder so eng zu begleiten, dass ein selbstständiges Leben im Familienverbund funktionieren kann. Konkret heißt das: In die 55-Quadratmeter-Wohnungen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ziehen zum Beispiel jeweils ein alleinerziehendes Elternteil mit einem Kind.

Sozialarbeiter der Bergischen Diakonie kommen – je nach Bedarf – einige Stunden pro Woche in die Familie, um den Eltern praktische Alltagshilfen zu geben. „Das reicht von Hilfen im Haushalt bis zu Behördengängen. Ganz praktisch, mit dem Ziel, wieder ein selbstständiges Leben führen zu können“, erläutert Diane Kollenberg-Ewald, Bereichsleiterin Sozialtherapeutischer Verbund Kreis Mettmann bei der Bergischen Diakonie. Dies nennt sich ambulant betreutes Wohnen und wird in der Regel vom Landschaftsverband Rheinland finanziert.
Ein weiterer Sozialarbeiter leistet in der Familie „flexible Erziehungshilfe“. Dieses Angebot wird vom Jugendamt bezahlt und dient dem Kindeswohl.
„Vorteil an dem neuen Projekt ist, dass wir als ein Träger beide Hilfsangebote anbieten“, erläutert Kollenberg-Ewald. Das heißt, es findet ein enger Austausch der beteiligten Sozialarbeiter statt.
Wer in die beiden Wohnungen im Velberter Westen einzieht, steht noch nicht fest: „Wir wollten sie erstmal fertig stellen. Jetzt sind sie soweit und Mieter können einziehen“, sagt Anja Jentjens, Abteilungsleiterin ambulant betreutes Wohnen bei der Bergischen Diakonie, die einen großen Bedarf an solchen Angeboten vermutet. „Oft befinden sich die Menschen in konkreten Notsituationen. Zum Beispiel die Mutter, die mit ihrem Kind ihren Mann verlässt. Oder der Kranke, der durch einen langen Krankenhausaufenthalt seine Wohnung verloren hat. Oder eine Mutter, die aus einer Mutter-Kind-Einrichtung auszieht.“ Um die psychisch kranken Eltern nicht zu überfordern, sind die Wohnungen möbliert. „So werden Stress und Sorgen, eine Wohnung einrichten zu müssen, vermieden“, erläutert Jentjens weiter. Die Möbel und weitere Kosten zum Start des Projektes konnten übrigens aus einer landeskirchlichen Kollekte in Höhe von über 30.000 Euro bezahlt werden.

Die Kosten für die Miete tragen arbeitende Mieter selbst, ansonsten kommen Jobcenter, Arbeitsagentur und Co. dafür auf. Jentjens weist zudem darauf hin, dass genau geprüft werde, ob sich das Angebot für interessierte Familien eigne. So werde zum Beispiel vom Jugendamt sehr gründlich geprüft, ob es tatsächlich die beste Lösung ist, das Kind im Familienverbund zu belassen.
„Dies ist der Anfang. Falls das Projekt gut ankommt, können wir uns durchaus vorstellen, weitere Wohnungen anzumieten“, sagt Kollenberg-Ewald. Bei den Nachbarn kamen die Renovierungsarbeiten in den leer stehenden Wohnungen gut an. „Ich wurde oft im Flur angesprochen, was wir da machen. Ich habe dann das Projekt erklärt und habe nur positives Feedback bekommen“, schildert Jentjens.
Weitere Infos bei Judith Ortmann, Tel. 02051/952251.
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Jutta Petzka aus Velbert | 25.10.2015 | 05:14  
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