Für Schach ist man nie zu jung

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Kluge Köpfe: Helena Barkus und Maltin Uka lernen das Schachspielen.
Bauer e2 auf e4 - für die sechsjährige Helena und den gleichaltrigen Maltin ist das keine neuartige Vermischung von Einmaleins und ABC. Die Beiden spielen Schach. Gerne, freiwillig, regelmäßig und dienstags auch in der Kinder-Trainingsgruppe der Velberter Schachgesellschaft. Warum? Maltin hat gleich zwei Gründe. „Figuren zu bewegen macht Spaß“, sagt er. Und mit seiner Freundin Helena erst recht.
Schon im Kindergarten entdeckten die Erstklässler die Faszination des Brettspiels. Maltins Mutter Lejla Uka begrüßt das sehr, ist aber immer noch ein wenig erstaunt. „Maltin hat keine wirklichen Vorbilder dafür in der Familie“, sagt sie. Anders bei Helena. Der Großvater spielt, die Mutter auch, vom Urgroßvater stammt ein altes Brett, das jetzt Helena gehört. „Und besser als ich spielt sie inzwischen auch“, sagt Tanja Barkus. Es klingt nicht so, als ob ihr das etwas ausmachte.
Lejla Uka und Tanja Barkus, die da geduldig im großen Saal des ASV-Sportheims am Günter-Kratz-Weg ausharren, geht es ohnehin um viel mehr als sportlichen Erfolg für ihre Kinder, um Ranglistenpunkten und Meisterschaften. Sie wissen: Schach fördert die Intelligenz und die Lernleistung gerade junger Menschen. Seit einer groß angelegten Langzeitstudie der Universität Trier gilt dieser Zusammenhang als wissenschaftlich begründet.

Die logische Ordnung des Spiels färbt auf die Ordnung des Gehirns ab. Mathe- und Leseverständnis profitieren davon erheblich, zudem Sprachverständnis, Konzentration und Sozialverhalten. Das bestätigten seitdem alle weiteren Untersuchungen. Lejla Uka und Tanja Barkus finden in diesen Grundmustern die Anlagen ihrer Kinder wieder. Neugierig, pfiffig, aufmerksam, so sehen sie und auch die Lehrerinnen ihre Kinder.
Birgit und Ernst Gillessen, die bei der Velberter Schachgesellschaft die Kinder-Trainingsgruppe betreuen, wundern die oft großen Fortschritte der Kleinen kaum. „Die Kinder saugen das zu Lernende geradezu auf“, sagt Ernst Gillessen, „aber eben auf leichte, spielerische Weise.“ Dabei können die analoge und digitale Welt eine mittlerweile sinnvolle Verbindung eingehen. Die erste Begegnung vieler Kinder mit Schach läuft längst über Apps. Nicht jede davon ist kindertauglich. Die wenigen aber, die es sind, versuchen erst gar nicht so zu tun, als seien sie eine Alternative zum „Kontakt-Schach“. Sie ergänzen das Training.
Acht, zehn und mehr Kinder sind dienstags am Günter-Kratz-Weg anzutreffen, und das Training berücksichtigt ihr Alter. „30, 45 Minuten Konzentration, das ist das Limit“, sagt Birgit Gillessen. Es darf gelacht und gespielt werden, alles individuell. Nicht für jeden führt das in den Vereinssport. „Das Schöne ist, die Entwicklungssprünge zu sehen“, sagt Ernst Gillessen. Der Jüngste aus der Kinder-Trainingsgruppe ist vier. „Und dem erkläre ich alles genau einmal“, lacht Gillessen.

Info:
Velberter Schachgesellschaft, Jugendtraining immer dienstags ab 17.30 Uhr, Sportheim des ASV Tönisheide, Günter-Kratz-Weg 5, www.vsg1923.de, Kontakt Ernst Gillessen, Tel. 02058/73536
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