Sportboss wirft Handtuch

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In einem mehrseitigen Papier zählt Helmut Stypa mehrere Punkte auf, die ihn zum Rücktritt als Vorsitzenden des Stadt-Sport-Verbandes bewogen haben. (Foto: Ulrich Bangert)
Der Vorsitzende des Stadt-Sport-Verbandes (SSV) Heiligenhaus, Helmut Stypa, legt sein Amt nieder. „Nach über sieben Jahren ist mir der Schritt nicht leicht gefallen“, räumt Stypa ein.
„Es geht an die persönliche Substanz und damit an die eigene Gesundheit, wenn man sich dauernd mit den Spitzen der Stadtverwaltung und ihren politischen Partnern auseinandersetzen muss“, so der scheidende oberste Sportfunktionär der Stadt. „Diese Herren zeichneten sich in besonderer Weise durch Selbstherrlichkeit, Arroganz und Ignoranz aus. Wenn man die Interessen betroffener Bürger vertritt und dadurch einen anderen Standpunkt hat als die Stadtspitze, wird man als Störenfried, Besserwisser, Klugscheißer oder Querulant tituliert.“
Der 74-Jährige führt einige Beispiele der Machtarroganz an. „Der Gymnastikraum am Umweltbildungszentrum, durch den die Ballsportvereine mehr Hallenstunden zur Verfügung haben sollten, ist nur bedingt nutzbar und entspricht nicht den Vorgaben des SSV“, erklärt der ehemalige Vorsitzende. „Aber die Verantwortung für die Sicherheit im Übungsbetrieb überträgt die Stadtverwaltung an die Übungsleiter der Sportvereine.“
Eine Sportbroschüre der Stadt, an der der SSV finanziell beteiligt ist, zeigt auf dem Titelblatt einen Radfahrer und einen Ballon, auf der Rückseite eine Langlaufloipe. „Wir haben in Heiligenhaus keinen Radsportverein, keinen Ballonsport und schon gar keinen Ski-Club“, beanstandete der ehemalige Marketingchef von Mannesmann und wurde umgehend als „Miesmacher“ abgestempelt.
Bei der ursprünglich geforderten Hallennutzungsgebühr konnte sich die Dachorganisation der Sportler auf einen Solidarbeitrag von 23000 Euro mit der Stadt einigen, der jedes Jahr neu ausgehandelt wird. „Doch ohne die vereinbarte Rücksprache wurde dieser Betrag wieder in den Haushalt 2014 eingestellt“, beklagt Stypa. Und während Kämmerer Michael Beck sich bei Besserung der Haushaltslage eine Streichung des Solidarbeitrages vorstellen kann, bezeichnete Bürgermeister Dr. Jan Heinisch diesen Posten als ständige Einnahmequelle, so Stypa weiter.
Endgültigen Anlass für Helmut Stypas Rücktritt gab die Jahreshauptversammlung des Stadt-Sport-Verbandes am 26. März, als der Vorstand von den Vertretern der Stadtverwaltung und der politischen Parteien wissen wollte, ob der gleiche Betrag der Sportförderung wie 2013 bereit stehen würde. „Ja, Sie können den gleichen Betrag in Ihre SSV-Etatplanung 2014 übernehmen“, schildert Stypa. Mit dieser Aussage sei der Etat 2014 von den Mitgliedsvereinen des SSV verabschiedet worden. „Drei Tage später erhielt der SSV einen Bewilligungsbescheid für 2014 mit Datum vom 26. März. In dem Schreiben wurde mitgeteilt, dass wegen der äußerst angespannten Liquiditätslage der Stadt Heiligenhaus für 2014 eine 25- prozentige Haushaltssperre verhängt wird“, echauffiert sich der Heiligenhauser.
„Seit diesem Tag stand für mich fest, dass ich mein Amt als erster Vorsitzender der größten Institution in Heiligenhaus mit 4800 Mitglieder niederlegen werde“, so Stypa, der hervorhebt, „dass der SSV ehrenamtlich Arbeiten übernommen hat, die eigentlich zum Aufgabengebiet des Bereiches Bildung und Sport der Stadtverwaltung gehören.“
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