Auf zur 40. Kartoffelschlacht

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Bernd Tondorf (links) und Bernd te Uhle von der Kolpingsfamilie Velbert hatten damals die Idee, Reibekuchen auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen und die Erlöse für den guten Zweck zu spenden. In Listen wird Jahr für Jahr unter anderem festgehalten, wie viele Kartoffeln, Zwiebeln und Eier verarbeitet werden.
Velbert: Kolpingstraße | Insgesamt 2.361 Zentner Kartoffeln wurden in den vergangenen 39 Jahren von der Kolpingsfamilie Velbert zu leckeren Reibekuchen verarbeitet. Weiterhin wurden 7.695 Kilogramm Zwiebeln und unfassbare 75.647 Eier benötigt, um die Mengen an Teig nach Geheimrezept herzustellen. „Wir halten Jahr für Jahr alle wichtigen Zahlen in einer Liste fest“, sagt Bernd te Uhle, der gemeinsam mit Bernd Tondorf einst die zündende Idee hatte, Reibekuchen für die gute Sache zu verkaufen.

Ebenfalls hoch sein dürfte auch die Zahl der Velberter, die jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zur Bude der Kolpingsfamilie Velbert kommen, um dort traditionell einen Reibekuchen zu essen. „Viele waren enttäuscht, als sie hörten, dass wir uns nicht am diesjährigen Weihnachtsmarkt beteiligen“, sagt Tondorf. Verzichten müssen sie auf die Kartoffelspeise, die bei Kolpings mit Schwarzbrot und Apfelmus serviert wird, aber nicht. „Auch ein 40. Mal werden wir uns an den Bräter stellen“, verkünden die einstigen Nachbarn Tondorf und te Uhle. Dafür veranstaltet die Kolpingsfamilie an zwei Wochenenden einen Adventsmarkt.

Sich den Bauch vollschlagen und damit Gutes bewirken: Das Konzept des Reibekuchenverkaufs geht auf. „Die Erlöse werden gespendet“, so Bernd Tondorf. Ob Projekte in der unmittelbaren Umgebung oder auch in fernen Ländern – eingesetzt wird das Geld dort, wo es notleidenden Menschen nachhaltig helfen kann. „In 39 Jahren sind durch den Reibekuchenverkauf über 250.000 Euro zusammengekommen.“ Unterstützung erhalten die Mitglieder der Kolpingsfamilie inzwischen durch örtliche Händler, die Kartoffeln oder Eier spenden. „Darüber freuen wir uns und wissen es sehr zu schätzen.“

Nicht ungeachtet lassen sollte man außerdem, dass die Reibekuchen-Bräter ehrenamtlich im Einsatz sind. „Pro Schicht stehen fünf Leute in der Bude und fünf weitere sind in unserem Kolpingkeller aktiv.“ Der Großteil sei von Beginn an dabei. Was der Bürger an der Bude zu sehen bekommt, ist aber nur ein geringer Teil der Arbeit. „Die Zutaten müssen besorgt und in den Kolpingkeller getragen werden, Arbeitsschichten werden eingeteilt und schließlich geht es ans Schälen, Schneiden und Vermengen“, zählt Bernd te Uhle auf. Rund 70 Leute sind daran beteiligt. Eine Schälmaschine übernimmt inzwischen einen Teil der Arbeit.
„Besonders das Schleppen der großen Kartoffelsäcke oder der Eimer voller Teig sind immer ein Kraftakt. Da ist es in diesem Jahr schon eine Erleichterung, dass die Bude näher an unserem Kolpingkeller steht“, sagt der ehemalige stellvertretende Bürgermeister Tondorf. „Und natürlich bleibt es auch nicht aus, dass man nach Bratenfett riecht.“ Doch es sei die Sache wert, die durchweg positive Resonanz bestätige das immer wieder.
Goldgelb sollen sie sein – so werden sie nicht nur von den Velbertern, sondern auch von Gästen aus Städten wie Köln und Düsseldorf geschätzt. „Einige Stammkunden kommen täglich in der Mittagspause, andere füllen sich einen kleinen Vorrat in ihre mitgebrachten Tupperdosen“, wissen die Beiden.

Wem nun bereits das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, der sollte sich folgendes notieren: Der kleine und feine Kolping-Adventsmarkt findet am zweiten und am dritten Adventswochenende statt. Freitags, samstags und sonntags sind interessierte Bürger jeweils von 12 bis 19 Uhr auf den Kolpingplatz, Kolpingstraße 11 – zwischen Kolpinghaus und der Kirche St. Marien, eingeladen. Neben den beliebten Reibekuchen wird es auch Glühwein und andere heiße und kalte Getränke geben. „Die Karnevalsgesellschaft Urgemütlich wird einen Getränkestand betreiben“, so Bernd Tondorf.
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