Fast wie zu Hause - Velberter "Junior Welt" feierte 20-jähriges Bestehen

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Stephanie Tüller-Koopmann vom Elternrat der Junior Welt leitete die besondere Überraschung für das Erzieherteam ein: Eltern und Kinder hatten ein Lied umgedichtet und professionell eingesungen. Foto: Richter
 
Foto: Richter
Velbert: Ahornstraße |

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kita Junior Welt in Velbert besuchten viele ehemalige "Kinder" beim Sommerfest ihre alte Kita an der Ahornstraße. Inzwischen sind sie in der Ausbildung, studieren oder schreiben Bücher. "Manche der ehemaligen Kinder habe ich im ersten Moment nicht erkannt", bekennt Beate Richter, Leiterin der Junior Welt.

Das Besondere an dieser Kindertagesstätte: Dahinter steht ein Verein, Junior Welt e.V., der auf Initiative der Wirtschaftsjunioren 1996 gegründet wurde. "Ich lag 1995 im Krankenhaus, hatte gerade meine jüngste Tochter entbunden und teilte mir ein Zimmer mit Christiane Jülicher", erinnert sich Dorothee Sonnenschein, Vorsitzende des Vereins. "Wir kamen ins Gespräch und schnell wurde die Problematik der Kinderbetreuung ein Thema. Damals gab es in Velbert viel zu wenig Kindergartenplätze." Das hatten auch die Wirtschaftsjunioren erkannt und erste Ideen entwickelt. Der Anfang war gemacht.
Zwei Jahre und unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit später konnte die neue Kita den Betrieb aufnehmen. "Da das Gebäude noch nicht fertig war, waren wir die ersten vier Wochen im Fliegerheim an der Gesamtschule untergebracht", erinnert sich Kita-Leiterin Richter und lacht bei der Erinnerung. Dann aber waren die Räumlichkeiten an der Ahornstraße endlich fertig und Erzieher und Kinder konnten "einziehen". Gestartet wurde mit zwei Gruppen und 45 Kindern unter dem Leitmotiv "Fast wie zu Hause".


U3-Gruppe kam 2007 dazu

Das gilt auch heute noch: "Ich habe ein motiviertes Team, dem man anmerkt, dass dies mehr als nur ein Job ist", sagt Richter. Neun Erzieher und zwei Praktikanten kümmern sich um die inzwischen 55 Kinder. 2007 ist eine U3-Gruppe hinzugekommen.
Bereits von Anfang an bietet die Einrichtung Betriebskindergartenplätze an. Das bedeutet, dass Firmen für ihre Mitarbeiter Kindergartenplätze buchen können. "Die Nachfrage nach diesen Plätzen nimmt immer mehr zu", stellt die Kita-Leiterin fest. Ebenso wie der Wunsch der Eltern nach einem Vollzeit-Betreuungsplatz über 45 Stunden. "Aber die Quote an Vollzeitplätzen wird von der Landesregierung gedeckelt", erklärt Richter, denn 45-Stunden-Plätze sind die teuersten. Die Junior Welt kann in Absprache mit der Jugendhilfe der Stadt Velbert 33 Vollzeitplätze, 14 35-Stunden-Plätze sowie sieben 25-Stunden-Plätze anbieten. Aber die Warteliste ist lang. "Wir genießen einen guten Ruf", weiß Richter, die denkt, dass der mit dem guten Betriebsklima, dem offenen pädagogischen Konzept und den regelmäßig durchgeführten Groß-Projekten zusammenhängt. Zudem ist die Kindertagesstätte als "Haus der kleinen Forscher", Schlaumäuse-Kindergarten und Lott Jonn-Bewegungskindertagesstätte ausgezeichnet.
Dass sich die betreuten Kinder in der Junior Welt wohlfühlten, verdeutlichten die vielen Besucher beim Sommerfest. Ehemalige Kinder waren an Programmpunkten beteiligt, etwa Paul Rehmann, der eine Ausbildung zum Koch macht und gemeinsam mit Julian Rosendahl fruchtige Cocktails - natürlich alkoholfrei - servierte. Antoine Saint-Martin untermalte die Veranstaltung mit Gitarrenklängen und Marleen Sonnenschein spielte Klavier. Ein weiteres Highlight war der Auftritt des französischen Zauberers Liar, der mit seinen Tricks für viele ungläubige "Ahhhs" der Kinder sorgte - etwa, als er ein Malbuch leer zauberte.
Besonders emotional wurde es, als die "aktuellen" Eltern und Kinder dem Team für die tolle Arbeit dankten. "Danke sagen ist uns zu wenig", so Stephanie Tüller-Koopmann vom Elternrat. Und dann erklang das Lied "Chöre" von Mark Forster, das auf Initiative von Monika Schrubstock gemeinsam mit einer Sängerin umgeschrieben und von Eltern und Kindern eingesungen worden war - natürlich streng geheim. Der Einsatz verfehlte nicht seine Wirkung: Die eine oder andere Erzieherin war zu Tränen gerührt. Im Anschluss stiegen viele bunte Luftballons in den Himmel.
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