Sieben Mädchen, ein Bad

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Harmonisches Miteinander: Danica Schriewer (von links) ist froh, dass die Mädchen sich so gut verstehen. Rund ein Jahr leben Katharina Schürmann, Simone Bergmann, Theresa Hösl, Maria Unger, Rabea Dorletz, Kirsten Kell und Hanne Baruth nun gemeinsam in einer Wohnung.
Sie haben gerade ihr Abitur gemacht oder schon eine Ausbildung abgeschlossen, kommen aus der direkten Umgebung oder aus einem anderen Bundesland - die sieben Mädchen, die sich eine Wohnung in Velbert teilen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber es gibt auch eine Gemeinsamkeit: Sie absolvieren derzeit alle ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und wurden dafür von der Stiftung „Lichtblick“ angestellt.
Seit mehreren Monaten haben sie feste Tätigkeiten in Schulen oder Kirchengemeinden und kommen in Kontakt mit vielen Menschen. „Wir haben uns inzwischen alle sehr gut eingelebt“, sagt Maria Unger, die aus dem Vogtland (Sachsen) kommt. Aber zu Beginn habe es schon ein wenig Heimweh gegeben, berichten die 18- bis 20-Jährigen.
„Natürlich ist es nicht ganz einfach, mit sechs weiteren jungen Mädchen in einer Wohnung zu leben“, weiß auch Danica Schriewer von der Stiftung „Lichtblick“, die sich um die Organisation kümmert und stets Ansprechpartnerin für die Gruppe ist. „Daher habe ich mir die Arbeit gemacht, um vorher alle bei Gesprächen kennenzulernen und um abzuschätzen, ob sie zusammenpassen.“ Mit Erfolg, wie sie meint, denn die Stimmung in der WG, die rund 120 Quadratmeter groß ist, sei immer sehr gut.
„Bisher gab es auch noch keinen Zickenterror“, versichern die Mädels. Und das, obwohl sie sich ein Badezimmer teilen müssen und auch nicht jede ein eigenes Zimmer hat. „Wir haben alle unterschiedliche Arbeitszeiten, daher sind wir uns noch nie bei etwas in die Quere gekommen“, sagt Theresa Hösl. Es seien sogar Freundschaften entstanden, so dass gemeinsame Fernsehabende, gemeinsames Kochen oder ähnliches nicht unüblich seien. „Langweilig wird es außerdem auch nie“, sieht Simone Bergmann einen Vorteil.
Und auch die Arbeit biete viel Abwechslung: „Wir helfen in Schulen, bieten Konfirmations-Unterricht an und organisieren Veranstaltungen für die Gemeinde“, erklärt Kathrin Schürmann. Bei zwei verschiedenen Trägern sind die 18- bis 20-Jährigen tätig. Die Stiftung „Lichtblick“ kommt für Kosten und die Organisation auf. Die Beweggründe, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, sind so unterschiedlich wie die sieben Mädchen selbst: Während die eine noch nicht sicher ist, was sie studieren soll und Zeit zum Nachdenken braucht, ist die andere sicher, dass sie im sozialen Bereich richtig aufgehoben ist und das FSJ beim Sammeln erster Erfahrungen helfe. „Ob für den Beruf oder um eventuell selbstständiger und verantwortungsvoller zu werden, ein FSJ bietet nicht nur Vorteile für den Arbeitgeber, sondern auch für einen selbst“, resümiert Kirsten Kell jetzt schon.
Neben ihren Aufgaben mit den Schülern und Kirchenmitgliedern müssen auch Seminare besucht werden. „Dabei lernen wir verschiedene Aspekte der Sozialarbeit kennen oder wie man am besten ein Gruppenangebot plant“, informiert Hanne Baruth. „Auch das macht Spaß und wir lernen dort noch weitere FSJ-ler kennen“, ergänzt Rabea Dorletz.
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