"Ich bin doch nicht jeck"

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Tulpensonntag, mein Wecker reißt mich früher als sonst aus dem Schlaf. Neben meinem ersten Kaffee erwartet mich in diesem Jahr auch eine Maskerade aus grüner Perücke und schwarzer Kleidung, mit der ich normalerweise "nicht mal den Müll rausbringen würde", wie man so schön sagt - Ich bin da halt irgendwie reingerutscht, in die verrückte Truppe von etwa 50 netten Menschen, die mit Wagen und dazugehöriger Fußtruppe auf Voerdes Straßen zu Grönemeyers „Mambo“ tanzt, um die vielen Zuschauer des Karnevalszugs zu unterhalten. Natürlich mit der dazu passend ausgefeilten Choreografie, versteht sich. "Ganz oder gar nicht" ist hier die Devise. Immerhin präsentiert man die Fitness Abteilung des SV 08/29 Friedrichsfeld. Auf Grund meiner geringen Anwesenheit bei den Proben, stelle ich, was mich betrifft, das imaginäre Bild in meinem Kopf bereits im Vorfeld aus. Die Aufregung in der gegründeten WhatsApp-Gruppe „Helau“ steigt stetig. Bei mir rührt sich nix. Ich bin im falschen Film, daran liegt es wohl. 11.11 Uhr, los geht's… Bevor wir in die Menschenmasse eintauchen wird noch kollektiv der Bürgermeister gebützt. Mit dem Beat im Knie starten wir unsere erste Choreografie… Strahlende Kindergesichter, Kamelle mit vollen Händen werfen, auch bei mir steigt die Stimmung stetig. Am Ende des Zuges angekommen möchte man gar nicht mehr aufhören. Ein Blick auf den Fitnesstracker verrät: 20,07 Kilometer in Schritten gemessen, 2.239 verbrannte Kalorien, Zuschauerresonanz durchweg positiv. Auch wenn heute an Aschermittwoch „alles vorbei“ ist, nach dem Zug ist vor dem Zug.
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