Ausstellung „Waltroper Einsichten“: Engel bevölkern das Kulturforum

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Josef Schlierkamp vom Verein Pro Kapelle Waltrop freut sich über die vielen unterschiedlichen Engel-Exponate.

Der Verein Pro Kapelle lädt zum sechsten Mal zu den „Waltroper Einsichten“ ins Kulturforum, Hochstraße 20, ein. In diesem Jahr steht die Ausstellung unter dem Motto „Du mein Engel“. Unterschiedliche Exponate von Waltroper Bürgern sollen in Verbindung mit einer kleinen persönlichen Geschichte Einsichten ins Private vermitteln.

Darstellungen von Engeln als Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen oder sonstige Objekte finden sich in unserem Alltag an vielen Stellen. Engel werden schon immer als geistige Wesen angesehen, von denen sich Menschen Zu-wendung und Hilfe erhoffen. Wir finden ihre Erwähnung im Judentum, Christentum und Islam.
Viele Bürger waren der Einladung des Vereins Pro Kapelle gefolgt, ihre Exponate aus dem privaten Umfeld für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die begleitenden Texte machen deutlich, dass es ganz unterschiedliche Zugänge gibt, sich diesem Thema zu nähern.
In mehreren Geschichten und Gedichten wird deutlich, dass Menschen den Engeln eine besondere Schutzfunktion zuschreiben. Berichtet wird vom Engel aus der Abtei Maria Laach, der eine Frau im Alter begleitet hat - auch durch Krankheiten bis hin zum Tod. Rührend ist die Erzählung vom kleinen Jan, der seine Oma beim Besuch im Krankenhaus mit einem selbstgemalten Schutzengel überrascht. Ein Ölgemälde wird gezeigt, das die Besitze-rin beim ersten Stuttgarter Sperrmüll 1965 gerettet hat, weil ihr der Rahmen so gut gefiel. In einem Arrangement sind unzählige Engel-Skulpturen vereint, die im Nachlass einer Verstorbenen gefunden wurden. Nicht auf die perfekte oder ästhetische Darstellung kommt es an. Der Engel mit nur einem Fuß und der flügellahme Hundeengel sind zu sehen, ebenso wie der Brüllengel, der schreit, weil er beim Weihnachtskonzert nicht mitsingen darf.
Bei vielen Exponaten wird der christliche Hintergrund deutlich, etwa bei dem Schutzengel-Bild, das an den Eintritt in den katholischen Kindergarten erinnert oder die Stroh-Intarsie, die gezielt als Andachtsbild bei einer Künstlerin in Auftrag gegeben wurde. Aber genauso finden sich sehr „weltliche“ Engel-Assoziationen. So berichtet eine Waltroperin von ihrem zufälligen Zusammentreffen mit Domenica, Hamburgs bekanntester Hure, die nach ihrer Zeit als „gefallener Engel“ im Alter als Streetworkerin vielen Prostituierten zum helfenden Engel wurde.
Zur Ausstellung erscheint wieder ein Katalog mit den Fotografien aller Beiträge und den dazugehörigen Texten.

Geöffnet ist die Ausstellung „Du mein Engel“ bis zum 5. Januar samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr - außer am 28. und 29. Dezember - im Kulturforum Kapelle Waltrop, Hochstraße 20. Bei einer Abschlussveranstaltung am Sonntag, 5. Januar, um 17 Uhr gibt es eine Gesprächsrunde zum Thema unter Leitung von Walter Stach.
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