Dr. Ulrich Grochtmann zeigt Wanderausstellung „Politische Karikaturen von Josef Čapek am 11. Nov. in RE

Anzeige
Dr. Ulrich Grochtmann 2009 während seiner Capek-Ausstellung im Hermann-Grochtmann-Museum neben dem Fotos seines Vaters, dem renommierten Heimatforscher Hermann Grochtmann
 
Seine eindrucksvolle Capek-Wanderausstellung zeigt Geschichte aus der Nähe, wie auch 2009 in Datteln

"Geschichte aus der Nähe" - unter diesem Motto stellt das Institut für Stadtgeschichte/Stadt- und Vestisches Archiv in Recklinghausen politische Karikaturen von Josef Čapek vor. Am Freitag, 11. November, eröffnet Historiker Dr. Ulrich Grochtmann die Ausstellung außergewöhnlicher Karikaturen eines außergewöhnlichen Künstlers.



Seit vielen Jahren setzt sich der gebürtige Dattelner für die Völkerverständigung von Tschechen und Deutschen ein. Der Historiker hat die Wanderausstellung über viele Jahre konzipiert und zusammengetragen. Sie beleuchtet Hintergründe, Fakten und Folgen der Ereignisse vor mehr als 70 Jahren.
Als renommierter Slawist gilt Grochtmann als Spezialist für alle historischen und wissenschaftlichen Aspekte, die den tschechischen Autoren und Karikaturisten Karel Čapek betreffen. In dieser Funktion und als Vorsitzender der Čapek-Gesellschaft präsentierte Dr. Ulrich Grochtmann mehrfach Ausstellungen und Vorträge in Datteln.
1943 als Sohn des renommierten Heimatforschers Dr. Hermann Grochtmann in Datteln geboren, besucht er hier das Gymnasium. „Im Alter von elf oder zwölf Jahren gab mir mein älterer Bruder während einer Krankheit die „Volkserzählungen von Tolstoi“ zu lesen“, erinnert sich der über 70-Jährige. „Schnell wurde aus dem Schreckensbild Russland, das durch den Krieg überliefert war, das Vorbild Russland.“

Begeisterung für Russland schon als Kind


Er las Dostojewski und verschlang nach eigenen Worten „Die Mutter“ von Maxim Gorki. „Schon damals erkannte ich, dass die soziale Umstrukturierung in Russland bitter nötig war, aber für die Bevölkerung eine ebenso bittere Entscheidung war“, erzählt der Russlandfan.
1965 entschließt er sich zum Studium der Osteuropäischen Geschichte, Slawistik, Germanistik an der Universität Köln. Er genießt mehrere Studienaufenthalte in Prag. Als 25-Jähriger erlebt er die Invasion der Warschauer Pakt Staaten am 21. August 1968 in Prag hautnah. „Es war einerseits deprimierend, andererseits höchst aufschlussreich, wie sich die sowjetischen Soldaten verhielten. Sie waren sehr diszipliniert, es kam zu keinerlei Ausschreitungen“, beschreibt der Historiker seine Eindrücke.

Ulrich Grochtmann promoviert an der Kölner Universität mit einer Dissertation über „Anarchosyndikalismus, Bolschewismus und Proletkult in der Tschechoslowakei 1918-1924“. Es folgen Lehr- und andere Tätigkeiten an verschiedenen Universitäten, der Rheinisch-Westfälischen Auslandsgesellschaft Dortmund sowie an Privatschulen, Sprachkurse für Spätaussiedler und Asylanten.
Als Mitbegründer ruft er im Jahre 1983 die „Čapek-Gesellschaft für Völkerverständigung" in Dortmund ins Leben, die seit Ende 1991 ihren Sitz in Hagen hat. „Auf Čapek stieß ich während meiner Prag-Aufenthalte. Seine Arbeiten faszinieren mich bis heute“, bekräftigt Dr. Grochtmann. Er weiß: „Das Verhältnis von Tschechen und Polen zu den einzelnen Vertriebenen ist ein gutes, ganz im Gegenteil zu den Vertriebenenverbänden.“

Mit seiner Wanderausstellung möchte er Aufklärungsarbeit leisten zum gegenseitigen Verständnis der Völker. Als Referent, Initiator, Verfasser und Kurator der Ausstellung lädt Dr. Ulrich Grochtmann zur Ausstellungs-Eröffnung am 11. November um 18 Uhr ins Institut für Stadtgeschichte / Stadt- und Vestisches Archiv, Hohenzollernstraße 12.

Pulikationen:
> Prof. Ulrich Grochtmann veröffentlichte seine Doktorarbeit 1979 in leicht überarbeiteter Fassung in München (ISBN 3-7478-118-1).
> „Josef Čapek v Německu minulém a současném“. In: „Sborník príspěkvků ze sympozia ko-naného 27. a 28. května 1995 v Hronově“, Hronov 1998
> „Geschichte aus der Nähe. Graphiken von Josef Čapek unter anderem aus der Zeit von 1933-1938“ (3. Auflage 1989) (ISBN-39257447-04-0)
> "Mit Feder und Pinsel gegen Volksverdummung, Diktatur und Krieg. Grafiken aus der Tschechoslowakei von 1927-1938“ (ISBN 3-925447-032)
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.