Kolumne: Für Sparfüchse und Schlaumeier - Freifunk

Anzeige
 
(Foto: freifunk-waltrop.de)
In einer Sache bin ich nicht so gut: Urlaub machen. Würde man(n) mich nicht ab und an in ferne Länder verschleppen, wäre mein Erlebnisraum durchaus beschränkt! Nun bin ich gerade eben wieder zurück aus einer dieser Alltagsfluchten und müsste lügen, wenn ich sagen wollte, es hätte mir nicht gefallen. Fremde Länder, in denen alle Pflichten wegfallen und keine Arbeit ansteht - ist doch super, oder?
Tendenziell ja, wenn ich nur nicht die Daheimgebliebenen so vermissen würde. Um diesen Zustand nicht ausarten zu lassen, halte ich Kontakt über mein Handy. Müsste ich meinen eigenen Internetzugang dafür nutzen, wäre das allerdings viel zu teuer.

Zu meiner Freude stellen die meisten Hotels ihren Gästen neuerdings kostenlose Internetverbindungen zur Verfügung. Das ist eigentlich nichts Neues. So genannte Freifunk-Initiativen gibt es schon seit einigen Jahren auf der ganzen Welt. In Skandinavien ist kostenloses WLAN bereits seit vielen Jahren überall vorhanden. In Deutschland ist dies die Ausnahme, aber zahlreiche Freifunker wollen das ändern. Und wir in Waltrop mischen in der ersten Reihe mit. Es gibt inzwischen 44 (geschäftliche und private) Teilnehmer, die beim Freifunk mitmachen. Wenn Sie oder ich nun in der Innenstadt zum Bummeln sind, können wir uns mit unserem Handy oder Tablet beim Freifunk einloggen: Internet-Nutzung oder das Versenden von SMS oder Fotos sind sofort kostenlos möglich. Besonders interessant ist das für junge oder alte Leute, die zumeist keine Flatrates haben, oder ausländische Besucher ohne Mobilfunkvertrag. Man kann sich Freifunk somit als stadtweites „Intranet“ vorstellen, also ein „Internet im Kleinen“, noch dazu in nichtkommerzieller Bürgerhand.

Aber wie funktioniert die ganze Sache überhaupt?

Wenn man zuhause einen angeschlossenen Internetzugang hat, besitzt man auch eine kleine Box ('Router' genannt), die mit der Telefonbuchse steckt und den PC mit dem Internet verbindet. Ohne diesen Router könnte man auch kein WLAN (das kabellose lokale Netzwerk) nutzen. Für diese Nutzung zahlt man Gebühren an die Telekom oder andere Anbieter. Beim Freifunk ist die Sache etwas anders: Hier fallen nur die Kosten für den Internetanschluss (wenn man diesen nicht sowieso schon hat) und eine einmalige Gebühr von 20 € für den Freifunk-Router (und 5€ Strom pro Jahr) an. Alles Weitere ist kostenlos. Ich werde mir den Freifunk zusätzlich ins Haus holen, da ich damit ein wenig die vielen WLAN-Ausfälle auffangen kann, die wir hier in einem Funkloch sehr oft verzeichnen. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie man ins Schwitzen gerät, wenn man berufsbedingt von den virtuellen Gegebenheiten abhängt und diese dann versagen. Außerdem kann ich durch den Freifunk mein Datenvolumen, Kosten und Strom sparen und die Strahlenbelastung reduzieren.
Werfen Sie doch einfach mal einen Blick auf die Seite vom freifunk-ruhrgebiet.de. Dort wird auch genau erklärt, warum Freifunker aus dem Ruhrgebiet nicht für den Missbrauch Dritter haften müssen. Das ist sehr wichtig, da man ja seinen Internetzugang mit anderen teilt – und nicht immer genau weiß, was diese im Netz so veranstalten.
Warum mir dieses Thema so interessant erschien? Der schwedische Netzwerk-Ausrüster Ericsson, einer der führenden Konzerne der Branche, hat für das Jahr 2015 prognostiziert, so dpa, dass die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit erstmals die der Menschen übersteigen wird.


Weitere Infos:
http://freifunk-waltrop.de/
www.freifunk-ruhrgebiet.de



Weitere Informationen:
http://freifunk-ruhrgebiet.de/
http://freifunk-waltrop.de/
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.