Musiker gegen Rechts

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Vor knapp 20 Jahren gab die Musikinitiative Waltrop den Anstoß zu einem Stadtsampler namens „Rechtsweg Ausgeschlossen“, in der die Musikergemeinschaft ihre Ablehnung gegenüber rechter Gewalt und Fremdenhass demonstrierte. Das aktuelle Zeitgeschehen schreit nach einer Erneuerung dieser Aussage.

„Waltrop ist natürlich keine Stadt, in der es von Rechtsradikalen wimmelt, aber ein Blick in die Nachbarstadt Dortmund reicht, um zu sehen, was passiert, wenn man nicht frühzeitig Farbe bekennt“, so die Initiatoren um Stefan Kullik. „Wir wollen Hilfesuchenden die Hand reichen und nicht ihre spärliche Bleibe in Brand setzen.“

Waltrop soll bunt bleiben und nicht braun werden. Es geht dabei nicht um Politik, sondern um Menschlichkeit.Mit dem Sampler sollen Gelder eingeholt werden, die den Flüchtlingen in Waltrop zugute kommen. „Das aktuelle Budget reicht vorne und hinten nicht. Ein Fußball, ein Fahrrad, eine Trommel... oftmals hapert es schon an den kleinen Sachen“, weiß Stefan Kullik. Mit den Einnahmen will man den Hilfesuchenden und ihren Helfern das Leben und die Arbeit erleichtern.

Alle Künstler leisten ihren Beitrag entgeltlos. Jeder Teilnehmer erhält bei Fertigstellung der CD ein Exemplar. Von der Orga, über den Artworker bis zum Musiker oder Schreiber, alle werden gleich behandelt. Unbezahlbar ist es für die Mitwirkenden jedoch, Teil dieses Zeitdokuments zu sein und Jahre später stolz und lächelnd sagen zu können: Ich war dabei.

Auch musikalisch lautet die Devise „Keinerlei Grenzen“. Waltrop hat schon seit den frühen 90ern eine lebendige Musikszene. Das damalige Label Big Store sorgte mit seinen Bands Ferryboat Bill & Well Well Well deutschlandweit für Furore. Mitglieder dieser Bands sind mit neuen Songs auf dem Sampler zu finden. Doch auch in der Gegenwart sorgen Bands wie REKK, Jim Wayne Revisited, Dred Superstar oder Oakmind dafür, dass die Geschichte weitergeschrieben wird.
Extra für dieses Projekt hat Yaoulen Toure, ein in Waltrop ansässiger Flüchtling aus Guinea, einen Song über seine Flucht in einem Rap verarbeitet. Ebenso mit dabei die Lebenshilfe Band „Die Kumpels“. Diese besteht aus Musikern mit und ohne Behinderung. „Es ist eine bunte Mischung aus Bands der verschiedensten Genres“, freut sich der Organisator. Alle eint jedoch eines: Die Ablehnung von rechter Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.

Die Record Release Party mit Konzert findet am 27. November, ab 18 Uhr im Yahoo an der Hochstraße statt. Der Eintritt beträgt 10 Euro und geht ebenfalls als Spende an die Flüchtlingshilfe Waltrop. Vorab gibt es bereits eine Videoproduktion. In Zusammenarbeit mit dem Fotoatelier Ostermann werden Waltroper Bürger eingeladen, sich mit einem Plakat des Waltroper Ortseingangsschildes („Waltrop - hat keinen Platz für Rassismus“) ablichten zu lassen, um später Teil eines Videos zu sein. Die Bilder werden dort mit Snippets der Beiträge des Samplers unterlegt. Verbreitet wird der Clip als Album -Teaser über YouTube und die sozialen Medien. Fotografieren lassen kann man sich vom 5. bis 10. Oktober.
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