Rasen… Ihnen auch manchmal Gedanken an einen schönen Garten durch den Kopf?

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  Gartenarbeit ist ein sinnliches Vergnügen. Es entspannt, ersetzt das Fitness-Studio - und für einige von uns hat die Arbeit im Grünen, mit den Händen in der Erde zu wühlen, nahezu meditativen Charakter. Denn wer gärtnert, der grübelt nicht, weil gärtnern erdet. Wissenschaftler der Kansas State University haben erforscht, dass schon zweimal gärtnern pro Woche Frauen ab 40 vor Osteoporose schützt, ebenso effektiv wie Joggen, Walken oder Schwimmen. Zusätzlich ist der Gesundheitseffekt auf das Gehirn untersucht worden. Ergebnis: Hobbygärtner bekommen seltener eine Demenz oder Alzheimer. Es wurde sogar nachgewiesen, dass sich gestresste Frauen schon beim bloßen Anblick von Blumen und Pflanzen in Verbindung mit Naturgeräuschen entspannen und erholen. Sich bei Gartenarbeit in frischer Luft und Sonnenschein zu bewegen, sorgt somit wie ein natürliches Antidepressivum für Zufriedenheit, gute Laune und Gelassenheit. Selbst Kanzlerin Angela Merkel bekennt auf ihrer Website: „Entspannung vom anstrengenden Politikalltag finde ich in der Gartenarbeit."

Aber, mal ganz im Ernst. Fällt Ihnen was auf? Nicht ein einziges Mal ist in den Studien von Männern die Rede. Man möchte fast glauben, dass diese den sinnlichen Genuss und die kostengünstige Fitnessmöglichkeit eines Gartens noch nicht für sich entdeckt haben. Ausnahmen bestätigen mit Sicherheit die Regel; in meiner persönlichen Gartenwelt allerdings leider nicht. Der Garten als Betätigungsfeld war und ist dem Mann an meiner Seite schon immer ein sinnträchtiger Dorn im Auge. Seit über 20 Jahren haben er und ich Dauerdiskussionen zum grünen Thema. Es will mir scheinen, dass der Mann irgendwie denkt, unser Garten sei ein sich selbstaktivierendes System, welches einmal angelegt, immerfort ohne viel Zutun, grüne Freude spendet. Man kann sich folglich vorstellen, dass ich bei Gartenproblemen, eher ganz auf mich alleine gestellt bin. Das gärtnerische Drama de luxe traf mich just vor ein paar Wochen dann auch wie ein Spaten vor den Kopf! Schuld daran war allerdings nicht der Mann, sondern dieser neue Hund in unserem Leben: Buddeln. Wühlen. Wohlfühlen. So seine Devise! Das Ergebnis: Mindestens 40 Löcher im Rasen. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse der glücklich stimmenden Gartenarbeit nicht ad absurdum zu führen, entschloss ich mich zum Äußersten: Rasen musste implantiert werden.

Ich konnte mich noch schwach erinnern, dass wir in Waltrop einen Rollrasen-Verkauf haben. Und genau dorthin trieb mich dann auch mein gärtnerischer Wille. Falls Sie noch nicht dort waren, fahren Sie mal hin. Es ist echt interessant zu sehen, wie 50 Hektar Rasenfläche bewirtschaftet, wie Rasensoden geschält, gerollt und bereitgestellt werden. Da die Rasenbahnen in kleine Portionen geschnitten werden, sind sowohl der Transport als auch die Verlegung auch für Frauen eigentlich kein Problem. Nun gut – hier spricht nicht der Profi: Ich habe mit meinem Brotmesser kleine Rasenstücke abgeschnitten und diese dann sorgsam in die Buddellöcher gestopft. Alles sehr unprofessionell, aber was soll ich sagen – ungewöhnliche Wege führen ja bekanntlich auch zum Ziel. Probleme mit dem Hund gibt es übrigens auch nicht mehr. Nachdem ich ihn mit dem Besen versehentlich erschreckt habe, genügt nun ein Fingerzeig auf diesen und das Buddeln bleibt ihm in den Pfoten stecken.



Als Schlussgedanke noch ein altes Sprichwort aus China:
Willst du eine Stunde glücklich sein, dann betrinke dich.
Willst du ein Jahr glücklich sein, dann heirate.
Willst du ein ganzes Leben glücklich sein, dann kaufe dir einen Garten!
Dieser Spruch – so sagen englische Forscher – ist auch auf kleinste Fleckchen Erde umzusetzen. Er gilt demnach auch für den Balkon, die Terrasse und für die Fensterbank.


Waltroper Zeitung Kolumne Juni 2015 von Vera Auffenberg
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