80. Ausstellung im Kunst- und Galeriehaus zeigt Aquarelle und Druckgrafiken

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Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler (Foto: Klaus Möller)
 
Gruppenbild vor dem Kunst- und Galeriehaus (Foto: Klaus Möller)
Bochum: Kunst- und Galeriehaus |

Die 80. Ausstellung im Kunst- und Galeriehaus zeigt Aquarelle und Druckgrafik von 24 Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellung vereint dabei ganz unterschiedliche Herangehensweisen und vermittelt einen intensiven Einblick in die faszinierenden Möglichkeiten von Aquarell und Druckgrafik.

Warum gerade diese Kombination? Das Kunst- und Galeriehaus hat in der Vergangenheit bereits einige Male dem Bildträger Papier eine Plattform geboten: Erinnert sei an die Ausstellungen „Arbeiten auf Papier“ 2008 und 2012, sowie an Einzelausstellungen mit Druckgrafik und Aquarellen z.B. von Hermann Metzger, Oscar Gölzenleuchter oder Bernd Figgemeier.

Die aktuelle Präsentation lebt von der Gegenüberstellung des jeweils Typischen, verweist dabei aber auch auf Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichen Techniken der ausgestellten Werke. Historisch gesehen treffen Aquarell und Druckgrafik bereits früh aufeinander, wurden doch Holzschnitte mit lasierenden Wasserfarben koloriert.

Dem Aquarell wird gemeinhin der Charakter des Unwiederholbaren zugesprochen, da hier der Zufall im Malprozess auch immer eine gewisse Rolle spielt. Dieser ist dem Zerfließen der wässrigen Farbe geschuldet, die sich mitunter nicht so gezielt leiten lässt. Hingegen ist die Druckgrafik gerade auf Wiederholbarkeit, auf die Herstellung einer Auflage, ausgerichtet. Von der Herstellung der Druckplatte über die Einstellung der Walze, der Behandlung des Papierträgers usw. müssen viele Details geplant, bedacht und beachtet werden, um zu einem überzeugenden Druckergebnis zu gelangen.

Im Gegensatz zur Druckgrafik zeichnet sich das Aquarell durch seine enorme Farbenvielfalt aus. Dementsprechend sind es die farbenfrohen Motive der Natur, blühende Landschaften, opulente Blumenbouquets, die für den Aquarellisten ein besonderes Interesse darstellen. Großformatige Blütenarrangements, Mohnfelder, stimmungsvolle Stadtansichten, minutiöse Pflanzenstudien zeigen beispielhaft das Spektrum der im Aquarell steckenden klassischen künstlerischen Möglichkeiten.
Kaltnadelradierungen und Lithographien variieren abstrakte Landschaftsmotive in unterschiedlichen Farbklängen und sind geprägt von der Isolation des Individuums in unwirklicher Umgebung.

Bei den abstrakten Kompositionen steht die Veränderung und Auflösung von Form und Linie im Vordergrund. Auch wird die Technik der Monotypie, also des einmaligen Abdrucks einer mit feuchter Farbe präparierten Druckplatte, genutzt, um kontrastreich mit freien Formen zu spielen. Überlagerungen von Form und Linie stehen im Wechselspiel zur diffusen Farbigkeit des Hintergrundes. Mehrdeutige grafische Chiffren loten die Grenzen grafischer Verfahren durch Frottage, Materialdruck und Mischtechnik aus.

Dem Porträt von bekannten und weniger bekannten Zeitgenossen widmen Linolschnitte, die ihre Wirkung aus der Mehrfarbigkeit beziehen und sich formal an Siebdrucke der POP-Art anlehnen.

Großformatige plakative Holzschnitte geben Gestalten und Motiven aus der griechischen Mythologie in der langen Tradition der kritischen Grafik eine zeitgenössisch relevante Bedeutung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. September 2016 zu sehen.


Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 17:30-20:00 / Samstag 12:00-17:00 / Sonntag 11:00-15:00
Während der NRW-Sommerferien ist die Ausstellung im Juli nur an den Wochenenden zu sehen.

Kunst- und Galeriehaus
Lohrheidestrasse 57
D - 44866 Bochum
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