„Elvis von Wattenscheid“: Olaf Kostrzewa feiert zehnjähriges Jubiläum

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Elvis mal drei: Olaf Kostrzewa in einem Anzug, wie ihn Elvis in seiner Las-Vegas-Show trug, zwischen zwei Pappfiguren seines Idols.
 
Kuckucksuhr, Bild und robotorgesteuerte Büste sind nur einige der Sammlerstücke von Olaf Kostrzewa.

„Elvis-Imitatoren gibt es wie Sand am Meer. Jede Stadt hat seinen eigenen“, sagt Olaf Kostrzewa. Der 46-Jährige muss es wissen, denn er ist seit zehn Jahren als „Elvis von Wattenscheid“ in der Hellwegstadt und in der Umgebung unterwegs, um die berühmtesten Hits des „King of Rock'n'Roll“ nachzusingen.

2006 beim Sommerfest des Kleingartenvereins Centrum-Morgensonne hatte er seinen ersten Auftritt. „Ein Künstler war abgesprungen, und ich sagte: ,Ach komm, ich mal mal eine Elvis-Show'“, erzählt Kostrzewa. Etwa eine Stunde sang er live, und dabei ist es bis heute geblieben.
Meist einmal pro Monat sind er und sein Techniker Klaus-Dieter Müller, der seit sieben Jahren die Musikanlage bedient und ihn fährt, vor allem im Raum Essen, Dortmund und Düsseldorf auf Tour. Rund 20 Lieder präsentiert er pro Auftritt. „Die Ohrwürmer von ,Love me tender' über ,In the ghetto' bis ,Hound Dog'“, sagt er. Gern würde er auch mehr Gospelsongs singen, „aber da kennen die Leute nur ein oder zwei“.

Spaß steht im Vordergrund

Was das Imitieren des „Kings“ angeht, hat er zwei große Vorbilder: Grahame Patrick Doyle und Rio the Voice of Elvis. „Das sind Profis durch und durch. Ich bleibe ein Amateur.“ Genau so möchte er es aber auch, denn der Spaß bleibt für ihn immer im Vordergrund. Das betrifft sowohl seinen eigenen Spaß – „Es darf nicht in Stress ausarten“, betont Kostrzewa – als auch den seines Publikums. Vorrangig tritt er für den guten Zweck auf, sei es im Pflegeheim, kürzlich beim Sommerfest der Lebenshilfe oder im vergangenen Jahr im Kinderhospiz in Gelsenkirchen. „Zwei Kinder konnten alle Lieder mitsingen. Das geht ans Herz.“
Wenn der 46-Jährige Elvis verkörpert, dann natürlich im entsprechenden Kostüm, und auch Gürtel, Ringe, Ketten und Stiefeletten dürfen nicht fehlen. „Sie sind alle original getreu nachgebaut.“ Auch seine Haare stylt er sich dann wie Elvis. „Das dauert knapp eine Stunde“, erzählt er, und damit er nicht so blass aussieht, schminkt er sich ein bisschen. Abgerundet wird das Outfit durch eine Sonnenbrille. Die gehört nicht nur dazu, sondern hilft auch gegen das Lampenfieber, das er trotz seiner zehnjährigen Erfahrung beim ersten Lied immer noch empfindet.

Sieben Elvis-Kostüme

Insgesamt nennt Kostrzewa sieben Kostüme sein eigen. Das erste wurde dank privater Kontakte zu einer Näherin noch bei Steilmann für ihn angefertigt. Die anderen bestellte er per Ebay in den USA. Da die Größen nie stimmen, musste er sie hier aber alle umändern lassen. „Das ist sehr schwer wegen der Pailletten.“
Die Kostüme und Accessoires sind bei Weitem nicht die einzigen Sammlerstücke, die Olaf Kostrzewa zu Hause hat, denn ein Elvis-Fan ist er schließlich nicht erst seit seinem ersten Auftritt vor zehn Jahren. Bilder, Figuren, Büsten, eine Kuckucksuhr, in der ein Elvis zur vollen Stunde „Don't be cruel“ anstimmt, Zippo-Feuerzeuge mit dem eingravierten Konterfei des Sängers und vieles mehr hat er zusammengetragen.

Mit "In the ghetto" fing es an

Aufmerksam auf Elvis wurde er, nachdem dieser am 16. August 1977 gestorben war. Da Kostrzewas Vater ein großen Rock'n'Roll-Fan war, lief der Fernseher, „und ich saß davor“, erinnert er sich. „Ich wusste, dass mein Vater Platten hatte und kramte eine heraus.“ Es war die Single „In the ghetto“, die der damals Siebenjährige sich anhörte und fortan Elvis-Fan war.
Schon als Kind fing er an zu sammeln. Zeitungsartikel, Starschnitte aus der „Bravo“, Buttons, und mit den Eltern ging er zum Flohmarkt, um Platten zu kaufen. Genau wie viele andere Fans weltweit, die Elvis Presley und seine Musik bewundern, ist ihm auch Olaf Kostrzewa treu geblieben. Sogar ein Konzert der Liveband, mit der Elvis auftrat, hat er im vergangenen Jahr in Frankfurt am Main gesehen. „Es war gigantisch“, sagt er über die Show, bei der Elvis per Videoleinwand ergänzt wurde.
„Er hat erreicht, wovon jeder träumt: von ganz arm bis ganz nach oben“, versucht der 46-Jährige die Faszination für den US-amerikanischen Sänger zu erklären. „Und dann ist da natürlich Elvis' Stimme. „Sie ist einmalig und bleibt unerreicht“, ist Kostrzewa überzeugt.
Was seine eigene Singstimme angeht, hat ihm sein früherer Musiklehrer mal geraten, Unterricht zu nehmen, um sie auszubauen. Kostrzewa hat sich aber dagegen entschieden. „Dann würde es stressig“, hält er an seinem Credo fest, dass seine Auftritte eine Liebhaberei sind und Spaß machen sollen.
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