„Interesse, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“ Leutheusser-Schnarrenberger beim Klaus-Steilmann-Berufskolleg – Kristiane Backer in der Pestalozzi-Realschule

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Die ehemalige MTV-Moderatorin Kristiane Backer diskutierte mit den Pestalozzi-Schülern in einem Workshop über den Islam. Foto: Büro Hellen / Guido Frebel (Foto: Büro Hellen / Guido Frebel)
 
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war im Klaus-Steilmann-Berufskolleg zu Gast. Foto: Büro Hellen/Guido Frebel (Foto: Büro Hellen/Guido Frebel)
Mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und der ehemaligen MTV-Moderatoron Kristiane Backer gaben sich kürzlich zwei prominente Namen in Wattenscheid die Ehre, um für das Projekt Herausforderung Zukunft mit Jugendlichen zu diskutieren.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger besuchte das Klaus-Steilmann-Berufskolleg und diskutierte dort mit Schülern über die Beweggründe ihres politischen Engagements und über aktuelle Fragen. Dabei äußerte sie sich auch zur Zukunft ihrer Partei, der FDP: „Es ist eine schwere Zeit und mit Abstand die schwerste Krise, durch die unsere Partei geht. Allerdings halte ich nichts davon, die Partei weiter kaputt zu reden. Vielmehr muss dem Neuanfang unter dem neuen Parteivorsitzenden Rösler eine Chance gegeben werden.“
Über die Zukunft von Bundesaußenminister Guido Westerwelle wollte sie sich nicht äußern. „Wir haben einen Außenminister, der einen guten Job macht, und der heißt Guido Westerwelle. Dabei bleibt es auch.“ Trotz hartnäckiger Nachfrage wollte sie sich auf keine Personaldebatte einlassen. Im Fokus ihres Besuches standen vielmehr Fragen zu aktuellen juristischen Entscheidungen, so auch zum Umgang mit den Tätern bei sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche.
Die rund 100 Teilnehmer des Workshops diskutierten lebhaft zwei Stunden mit der Bundesministerin, die sich begeistert von der Initiative zeigte: „Dies ist ein großartiges Projekt, und es hat Spaß gemacht, diese Diskussion zu führen. Zum einen weil die Teilnehmer hervorragend vorbereitet waren, zum anderen weil es gerade diese Diskussionen sind, die die Lust der Politik ausmachen. Dies sind die Gründe, warum ich mich politisch einbringe. Es ist nicht nur der Wunsch nach Veränderung, sondern das Interesse, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten.“
Über den Islam diskutierte dagegen die frühere MTV-Moderatorin Kristiane Backer in der Pestalozzi-Realschule mit den Zehner-Klassen. Dabei stellte sie auch ihr Buch „Von MTV nach Mekka“ vor, welches ihre eigene spirituelle Reise beschreibt.
Kristiane Backer war die erste deutsche Moderatorin beim Musiksender MTV und erlangte weltweite Popularität in den Anfangsjahren des Musikfernsehens. Im Auftrag des Senders interviewte sie nicht nur Robbie Williams und die Rolling Stones, sondern wurde auch vielfach für ihre Moderationen geehrt. Trotz einer Goldenen Kamera als beste Moderatorin und einem glamourösen Leben fand die 1965 in Hamburg geborene Backer keinen wirklichen Sinn in ihrer Arbeit. 1995 konvertierte sie zum Islam: Während einer Reise nach Pakistan tauchte sie in die muslimische Welt ein und fand dort die innere Zufriedenheit und den Lebenssinn, der ihr bis dato fehlte.
Bei ihrem Besuch in Wattenscheid stellt Kristiane Backer den Islam als Religion des Friedens vor: „Man darf den Islam nicht auf 9/11 reduzieren. Das, was dort passierte, gehört nicht zum Islam. Der Islam distanziert sich von Gewalt.“ Lebhaft diskutierten die Jugendlichen mit ihr über die Burka und über den Ramadan. Für den Workshop reiste Kristiane Backer, die seit über 20 Jahren in London lebt, von der Themse an die Ruhr.
Herausforderung Zukunft ist ein überparteiliches, nichtkommerzielles Projekt, welches 2007 auf Initiative des Wattenscheider Medienberaters Sascha Hellen und unter Schirmherrschaft der Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu und Shimon Peres sowie der Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz gegründet wurde. Seither besuchen prominente Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens in regelmäßigen Abständen die sieben Partnerschulen und diskutieren mit Jugendlichen über aktuelle Themen.
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