Kult ist gut, aber Qualität ist wichtiger

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Qualität und Frische sind die wichtigsten Kriterien für Oliver Thiers. FOTO: Peter Mohr
Der Wattenscheider Fußball ist längst nicht mehr erstklassig, die Stadionbratwurst aus dem Hause Thiers hat hingegen Champions League-Qualität. Viele Promis haben diesen Ruf unterstrichen. Jetzt ist sogar das russische Staatsfernsehen auf die bekannte „Wurstschmiede“ an der Hansastraße aufmerksam geworden und rückt am Freitag zum Drehtermin an. „Kult und Bekanntheit sind gut. Aber für uns ist die Qualität unserer Produkte noch viel wichtiger,“ verriet Oliver Thiers sein unternehmerisches Credo.

Dass BVB-Meistertrainer Jürgen Klopp nicht müde wird, die Thiers-Bratwurst als beste Stadionwurst zu preisen und dass er die BVB-Meisterfeier im letzten Mai mit seinem Produkt beliefern durfte, hat Oliver Thiers mit gewissem Stolz erfüllt. Aber er ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, worauf es ankommt: „Wenn die Experten die Wurst blind verkosten und die Qualität nicht stimmt, dann ist man ganz schnell weg vom Fenster.“

Den Rummel nimmt der 54-jährige ziemlich gelassen hin. „Es gibt ja schließlich unangenehmere Dinge.“ Aber dahinter steckt jede Menge harte Arbeit, die er mit seinem Team, das rund zwei Dutzend Mitarbeiter umfasst, täglich leistet.
„Wir verarbeiten jeden normalen Werktag rund vier Tonnen Fleisch. Und unser Ziel ist es, die Wege und die Zeit zum Endverbraucher so kurz wie möglich zu halten. Denn das ist ein ganz entscheidendes Frische-Kriterium“, so Thiers, der 1985 nach dem Tod seines Vaters das Unternehmen übernommen hat und eine fein ausgeklügelte Logistik installiert hat.

Blindverkostung

Kurze Wege, geringe Standzeiten zwischen Wareneingang und Weiterverarbeitung, der helfende Einsatz von Maschinen und immer wieder die interne Qualitätskontrolle - es sind wiederkehrende Tätigkeiten, kein paradiesisches Zuckerschlecken, was sich zwischen Kühlhäusern, Vorratsräumen, der wohlduftenden Gewürzkammer (Thiers: „Wir mahlen unseren Pfeffer noch selbst.“) und der riesigen Produktionshalle an der Hansastraße abspielt. Da muss ein Rädchen ins andere greifen. Wie beim Fußball ist auch hier Teamwork angesagt.
Absatz finden die Thiers-Produkte vor allem über große Supermarktketten. „Da können wir uns - ganz ehrlich - für das Urteil von Prominenten nichts kaufen. Da testen die Einkäufer blind, so ähnlich wie man sich eine Weinverkostung vorstellt“, erläutert der leidenschaftliche Fußball-Fan Oliver Thiers.

Das bedeutet: Jeden Tag die immergleiche Qualitätsherausforderung. Und weil die Messlatte so hoch liegt, lässt sich an jedem Produkt, dass die Hansastraße verlässt - anhand einer sogenannten Chargennummer - der komplette Weg vom Erzeuger bis zur Ladentheke rekonstruieren.
Vielleicht war es auch diese Form der praktizierten deutschen Gründlichkeit, die das russische Fernsehen beeindruckt hat. Freitag jedenfalls wird an der Hansastraße für eine 7-teilige Dokumentation über Deutschland gedreht. Arbeitstitel: Deutsche Bräuche, genauer - die Bratwurst als fester Bestandteil deutscher Ernährungsgewohnheiten.
Zustande gekommen sind die Kontakte zum russischen Fernsehen über Oliver Thiers‘ persönliche Affinität zum großen Reich im Osten. Seit 1990 hat er das Land wiederholt persönlich bereist und viele Freundschaften geschlossen.
Bisher haben die Wattenscheider Bürger nur einmal in der Woche (freitags) die Möglichkeit, sich mit der „besten Stadionwurst“ und anderen Leckereien direkt einzudecken. „Vielleicht nehmen wir künftig den Dienstag als zweiten Tag noch hinzu“, überlegt Thiers und will damit der großen Nachfrage vor Ort Rechnung tragen.

MEHR FOTOS aus der Stadionbratwurstschmiede Thiers in unseren Bildergalerien unter http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/leute/impr...
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