Straßen im Wandel der Zeit (WAT-Serie) Nr. 14

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Seit ihrem vierspurigen Ausbau in den 60er Jahren leitet die Lyrenstraße den Verkehr aus dem Ruhrtal in Richtung Gelsenkirchen am Wattenscheider Stadtkern vorbei.
BO: Lyrenstraße | Die Lyrenstraße
Die knapp 500 Meter lange Lyrenstraße verbindet die Weststraße mit der alten Nordstraße, die nach 1926 in ihrer ganzen Länge Gertrudisstraße genannt wurde. Die Lyrenstraße bildete nach Norden zu die Verlängerung der Steeler Straße, heute Berliner Straße. Zunächst Anfang der zwanziger Jahre zweispurig ausgebaut, dient sie haute nach dem vierspurigen Ausbau Jahren dazu, den Durchgangsverkehr aus dem Ruhrtal über Wattenscheid nach Gelsenkirchen westlich am Stadtkern vorbeizuleiten. Sie ist eine regelrechte Umgehungsstraße geworden. Auf der Pharuskarte aus dem Jahre 1910 ist sie nur teilweise als Feldweg eingezeichnet. Ihren Namen hat die Straße von der Wasserburg Lyren erhalten, deren genaue Lage 1941 bei Ausschachtungsarbeiten für den Gertrudisbunker zutage trat, als die Arbeiter auf das noch gut erhaltene Eichenpfahlrostfundament dieser Wasserburg stießen. Im Grundriss der Freiheit Wattenscheid aus der Zeit der Reformation erscheint die Wasserburg als dreiflügige Anlage mit der Öffnung und dem Zugang über eine Zugbrücke nach Nordwesten. Die Herren von Lyren, auch Lideren oder Lier genannt, werden erstmals 1263 erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert sind die Herren von Dobbe Besitzer der Burg. Wie die Ritter von Sevinghausen saßen sie im Kirchenvorstand. Nach dem Aussterben der Familie fiel die Burg durch Erbschaft an Alexander von Asbeck, den letzten Oberhofmeister der Fürstäbtissin zu Essen. 1842 kam sie an den Herzog von Arenberg, der sie abreißen ließ und aus den Steinen das Renteihaus Lyren erbaute, das noch heute an der Lyrenstraße steht und der Familie Wittgen gehört. Westlich der Lyrenstraße wurde 1872 auf dem Arenbergschen Gelände mit dem Abteufen von Schacht III der Zeche Holland begonnen. 1898 folgten Schacht IV und 1921 Schacht VI. Mehrere Jahre galt die Schachtanlage „Holland“ als einzige noch fördernde Zeche Wattenscheids, bis auch sie 1973 stillgelegt wurde. Der stählerne Förderturm mit der Aufschrift „Holland“ und das Verwaltungsgebäude aus Backstein, 1923 nach Plänen von Fritz Schupp erbaut, sollen unter Denkmalschutz gestellt werden.( Heute 2013 ist immer noch nicht geklärt, was mit dem Förderturm passieren soll?). In Nachbarschaft zum Förderturm wurde 1996 der Hotelneubau „Sol Inn“ eingeweiht.


Quellennachweis: Wattenscheider Straßengeschichten
von Franz-Werner Bröker
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