Straßen im Wandel der Zeit (WAT Serie) Nr. 7

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Von Römischen Straßenbau-Ingenieuren geplant: Die Trassenführung des Wattenscheider Hellwegs blieb auf ihrer gesamten Länge von vier Kilometern bis heute unverändert.
Wattenscheid: Wattenscheider Hellweg | Der Wattenscheider Hellweg
Mit vier Kilometern Länge ist der Wattenscheider Hellweg die längste und mit seinem Alter von fast 2000 Jahren auch die älteste Straße im Stadtgebiet. Sie führt von der Westgrenze Wattenscheids am Essener Stadtteil Freisenbruch bis zur alten Bochumer Grenze an der Einmündung der Stephanstraße auf dem Kamm des Ardeygebirges entlang. Die römischen Straßenbauingnieure hatten die Hellwegtrasse auf dem Gebiet unserer Stadt so günstig geführt, daß das Gelände nach Norden und nach Süden abfiel und so eine relative trockene Straße angelegt werden konnte. Dabei hatte die als Etappenstraße gedachte Linienführung den Vorteil, daß der andrängende Feind früher zu sehen war und auch besser abzuwehren war. Der Verlauf der Trasse auf Wattenscheider Gebiet ist all´ die Jahrhunderte hindurch so geblieben, wie er sich auch heute, trotz des vierspurigen Ausbaus, zeigt. Erst im Westen, im Haferfeld von Freisenbruch, wich die Linienführung nach Süden etwas ab, wie die noch heute bestehende Straßenbezeichnung Hellwegstraße besagt. Auch an der Ostgrenze hatte der Hellweg im Mittelalter einen anderen Verlauf. Die noch auf ehemaligem Wattenscheider Gebiet gelegene Straße „Am Hottenborn“ bildet in Verlängerung zur Bochumer Römerstraße die alte Linienführung zur Maarbrücke, an der sich zur Abschreckung räuberischen Gesindels ein Halsgericht, also ein Galgen, befand. Auch auf dem Wattenscheider Gebiet stand auf dem Haferfeld zwischen den Bauernschaften Freisenbruch und Stalleicken ein Galgen, dessen Stelle noch heute durch einen wesentlich größeren Baum, der deutlich aus der Reihe der übrigen Baumbepflanzung hervorsticht, markiert ist. Für die Bezeichnung Hellweg gibt es mehrere Deutungen. Erstens: Die Straße habe Karl der Große teilweise von den Römern übernommen und zur Königsstraße, der via regia, ausgebaut, um in den Sachsenkriegen eine sichere Verbindung von Pderborn über Soest, Werl, Dortmund und Essen zum Rhein zu bekommen. Dabei baute er die Etappenhöfe zu Königshöfen aus, die sich durch Schallsignale, daher Hallweg, untereinander verständigen konnten. Andere sagen, der Begriff komme von hell, was mit Lichtung gleichzusetzen sei und wäre ein im Mittelalterweit verbreiteter Name für große Landstraßen. Am wahrscheinlichsten aber ist die Deutung, wonach deer Name von den griechischen Wort hal für Salz und dem mittelhochdeutschen Wort hals für Salzbergwerk abzuleiten ist. Die Salzgewinnungsanlagen entlang des Hellwegs in Unna-Königsborn u.a. untermauern diese Deutung.

Quellennachweis: Wattenscheider Straßengeschichten
von Franz-Werner Bröker
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