Wattenscheider Gänsereiten künftig mit Attrappen?

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Ob die Gänsereiter sich künftig mit Attrappen zufrieden geben bleibt abzuwarten. (Foto: Archiv)

Trotz der Sturmwarnung zu Rosenmontag fand das Gänsereiten der Wattenscheider Vereine in diesem Jahr statt und wurde kurzerhand in die Halle am Reiterweg verlegt. Bereits zu diesem Zeitpunkt beantragte das Deutsche Tierschutzbüro eine einstweilige Verfügung gegen das Gänsereiten in Wattenscheid. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen lehnte den Antrag des Tierschutzvereins mit der Begründung ab, dass dieser zu kurzfristig eingegangen sei.

Doch wegen des vom Deutschen Tierschutzbüro erwirkten Beschlusses des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen will die Stadt Bochum nun den Gänsereiter-Clubs die Verwendung von Attrappen statt echter Gänse vorschreiben. Richter erkannten den Vorwurf des Deutschen Tierschutzbüros an, dass die Gänse vornehmlich für den Wettstreit und nicht für den Verzehr getötet werden.
Die Richter in Gelsenkirchen bestätigten in der Begründung ihres Beschlusses die Einschätzung des Deutschen Tierschutzbüros, dass die Tötung der Gänse vor dem, Gänsereiten "wohl nicht in erster Linie" dem späteren Verzehr dient, sondern der Reitwettstreit "wohl der eigentliche Kern der Veranstaltung" ist. Das bedeutet, dass kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes die Tötung der Gans rechtfertigt.

Verbot für das kommende Jahr


Rechtsanwalt Rolf Kemper, der das Deutsche Tierschutzbüro vertritt, beantragte in dieser Angelegenheit nun beim Ordnungsamt der Stadt Bochum Akteneinsicht. Daraufhin gab dieses bekannt, dass die Stadt aufgrund des Beschlusses des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das Gänsereiten im kommenden Jahr in der bisherigen Form verbietet. "Damit folgt das Ordnungsamt nun endlich unserer Forderung" so Jan Peifer, Gründer Deutsches Tierschutzbüro.
"Ich hab schon vor 20 Jahren gegen dieses barbarisches Spektakel demonstriert, nun endlich wird es verboten. Wir alle freuen uns außerordentlich über diesen tollen Erfolg" so Peifer.
Wenn die Gänsereiter-Clubs Sevinghausen und Höntrop im nächsten Jahr nicht freiwillig auf Gänse-Attrappen für den Wettstreit zurückgreifen, kann dies per Ordnungsverfügung angeordnet werden.


Stadt setzt auf Freiwilligkeit


Thomas Sprenger, Pressesprecher der Stadt Bochum, setzt auf Freiwilligkeit: "Wir haben die Vereine angeschrieben. Wir werden aber keine Ordnungsverfügung anstreben, da wir nicht der aktive Part sind, sondern die ausführende Behörde."
Das Ordnungsamt hat bisher keine Rückmeldung der Gänsereitervereine erhalten.
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