Hallenfreibad Höntrop: Neubau statt Schließung

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Es ist beschlossene Sache: Die Zukunft des Höntroper Hallenfreibades gestaltet sich positiv. (Foto: Petra Anacker)
 
Der Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel freut sich auf die Zukunft des Hallenfreibades Höntrop. (Foto: Andreas Molatta)

Die SPD-Ratsfraktion spricht sich dafür aus, das marode Hallenbad im Höntroper Südpark abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen. Das hat die SPD-Fraktion bei ihrer Klausurtagung am vergangenen Montag einstimmig beschlossen.

Im April letzten Jahres entstand im Hallenfreibad Höntrop ein erheblicher Brandschaden, die Freibadsaison 2016 wurde zwar wie gewohnt durchgeführt, doch die Wiedereröffnung des Hallenbereichs sehnten die Wattenscheider umsonst herbei. Zu dem Brandschaden gesellte sich noch ein kaputtes Dach, das die Sanierungskosten weiter in die Höhe schnellen ließ.
Im Gespräch mit dem NRW-Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel konnten nun die neuen Aussichten für Höntrop unter die Lupe genommen werden. So wird es einen Neubau geben und auch der Außenbereich soll von dem Vorhaben, das Bad im Südpark mit neuem Leben zu füllen, profitieren.

Ein Neubau des Hallenfreibades Höntrop ist für Wattenscheid eine große Bereicherung. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge, Herr Yüksel?
Serdar Yüksel:
Wir erleben bereits seit gut zehn Jahren die Diskussion zur eventuellen Schließung. Wir haben uns jederzeit für den Erhalt des Bades ausgesprochen. Im Haushaltssicherungskonzept hieß es bis 2022 noch, zwei Bäder in Bochum zu schließen. Eines davon in Bochum und eben auch in Wattenscheid. Das Wattenscheider Bad ist alleine von der Lage her einzigartig und bereichert den Südpark ungemein. Am Montag konnten wir dann den Knoten durchschlagen, indem auch Oberbürger-meister Thomas Eiskirch und Stadtdirektor Michael Townsend angetreten sind und erklärten, dass sie nicht Bäder schließen, sondern erhalten wollen.
Alleine die Dachsanierung würde rund drei Millionen Euro kosten, hinzu kämen sechs Millionen, um Brandschaden und Technik instand zu setzen. Da kommt man schnell auf gute zehn Millionen für eine Sanierung, die in keinem Verhältnis zu einem Neubau stehen, der wiederum mit zwölf bis 15 Millionen veranschlagt wird. Entstehen wird ein Bad, das mit neuen Umkleidekabinen, Wellness- und Saunabereich und Café gerade auch Familien mit kleinen Kindern ansprechen soll. Damit sind die Schließungsbeschlüsse vom Tisch.


Wird es im Zuge des geplanten Neubaus auch Veränderungen im Außenbereich geben?
Serdar Yüksel:
Was wir dringend brauchen, ist ein Nichtschwimmerbecken. Aufgrund tödlicher Zwischenfälle in Schwimmbädern wurde das Niveau von 1,40 Meter auf 1,10 Meter gesenkt. So wurde aus einem Nichtschwimmerbecken plötzlich ein Schwimmerbecken und der Bereich für die kleinen Wasserratten fehlt. Außerdem müsste auch über ein Edelstahlbecken nachgedacht werden.
Außerdem muss die Parkfläche erweitert werden. Ein neuer Zugang vom Weidenhagen ist ebenfalls notwendig, so dass man direkt vom Zeppelindamm zum Hallenfreibad gelangen kann.

Wie sieht die konkrete Zeitplanung aus? Und wann wird mit dem Abriss begonnen?
Serdar Yüksel:
Dieses Jahr soll definitiv zur Freibadsaison wie gewohnt geöffnet werden. Das alte Hallenbad wird nicht mehr geöffnet. Im Zuge der Planung und Ausschreibungen ist der Abriss und eventuell auch der Startschuss für den Neubau für 2018 angedacht. Mit einer Eröffnung des neuen Hallenfreibades kann 2020 gerechnet werden.

Viele Bürger und Vereine, allen voran die Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop, haben sich um den Erhalt und alternative Konzepte, wie beispielsweise die Barrierefreiheit im Bad zu verbessern, bemüht. Werden diese Bestrebungen mit in den Neubau einfließen?
Serdar Yüksel:
Gerade Barrierefreiheit wird ein großes Thema bei der Planung des Neubaus sein. Ich bin sehr dafür, die Bürger miteinzubeziehen und Anregungen und Vorschläge auch aufzunehmen. Zur gegebenen Zeit wird es auch mehrere Bürgerversammlungen geben, um die Nutzer aktiv zu beteiligen. Zudem soll das Bad für Schulen und Vereine nach wie vor aktiv nutzbar sein.

Wie werden sich der Neubau und der angedachte Wellnessbereich auf die Eintrittspreise auswirken?
Serdar Yüksel:
Der Zuschuss für alle Bäder in Bochum beträgt fast acht Millionen Euro. Ich denke schon, dass die Preise durch den Neubau moderat angehoben werden müssen, allerdings wird es auch Sozialtarife geben müssen.

2018 werden die Bochumer Bäder in die Holding für Versorgung und Verkehr überführt. Wird das den Neubau beeinflussen?
Serdar Yüksel:
Das Bad kann nur überführt werden, wenn der Beschluss eines Neubauvorhabens vorab gefasst wird. Das wurde nun getan. Ganz wichtig ist mir, dass es hierbei nicht um Privatisierung geht, sondern um eine hundertprozentige Tochter der Stadt, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum personelle Entlastungen schafft und gleichzeitig weiteres Know-how einfließen lässt.

Wie wird der Neubau genau finanziert?
Serdar Yüksel:
Die Finanzierung ist eine kommunale Aufgabe. In dem Etat der Stadt Bochum von insgesamt 1,4 Milliarden Euro müssen nun die 15 Millionen für den Neubau entsprechend untergebracht werden. Ich gehe auch fest davon aus, dass wir kommunale Investitionspakete künftig bekommen werden.

Nach der Verkündung des Neubauvorhabens gibt es selbstverständlich auch Skeptiker, die das Vorhaben als leeres Wahlversprechen abstempeln. Was entgegnen Sie diesen Argumenten?
Serdar Yüksel:
Das ist mit dem Beschluss vom Montag definitiv vom Tisch. Wir kämpfen seit 13 Jahren mit diesem Thema und sind auch froh, dass wir das Bad nun auf die Zukunft vorbereiten können. Eine Schließung hätten wir niemals mitgetragen. Das ist alles andere als Wahlkampfgeplenkel, sondern seit Montag endlich Realität.
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Dieter Zawodniak aus Wattenscheid | 25.03.2017 | 15:27  
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