DRK-Kleiderkammer schreibt weiterhin an ihrer Erfolgsgeschichte, benötigt aber dringend weitere personelle Unterstützung!!!

Anzeige
DRK-Präsident Thorsten Junker mit Teilen des Kleiderkammer-Teams
 
Leiterin Corinna Kawaters schaut die Nutzerkartei mit Fatna Kachar durch
Bochum: DRK-Kleiderkammer |

Kleiderkammer im DRK-Zentrum an der Sommerdellenstraße 26 hat weiterhin viel zu tun – die aktuelle Zwischenbilanz lautet: Regelmäßig suchen 60 bis 70 Menschen pro Öffnungstag die Kleiderkammer des Roten Kreuzes in Wattenscheid auf.

„Viele Zugewanderte kommen mittlerweile und dies regelmäßig, da sie in der Regel viele Kinder haben, die oftmals kaum wettergerechte Kleidung besitzen. Regelmäßig sehen wir vor allem Kinder in viel zu dünnen Hosen und Jacken und ohne passende und wetterfeste Schuhe. Gut, dass wir momentan genug warme Kleidung anbieten können“, berichtet Corinna Kawaters, die zusammen mit Regine Michalak die ehrenamtliche Leitung der DRK-Einrichtung übernommen hat. Sie fügt an: „Jede Woche kommen aber auch neue Besucher, die durch Beratungsstellen oder von anderen Zugewanderten oder Flüchtlingen von unserer Kleiderkammer erfahren haben. Auch die Stadt Bochum vermittelt an uns.“ Jeweils dienstags zwischen 9 und 11 Uhr und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr dürfen Bedürftige bisher Kleidung aussuchen und kostenlos mitnehmen.

Die Kleiderkammer wird also sehr gut angenommen. Die neun Ehrenamtlichen, die das aktuelle Kleiderkammer-Team bilden, arbeiten wöchentlich auf Hochtouren: In zwei „Schichten“ nehmen sie Spenden entgegen, sichten und sortieren die Kleidung. Während der Öffnungszeiten räumen sie auf und beraten die Besucher. Mittlerweile helfen auch Menschen mit Migrationshintergrund, wie die junge Marokkanerin Fatna Kachar regelmäßig in der Kleiderkammer ehrenamtlich mit. Neben den deutschen Rotkreuzlern sind auch syrische, irakische und iranische Flüchtlinge wie Aboud Abdulrahman, Raad Othmann oder Dr. Adbullateef Shamse regelmäßig bei den Kleiderausgaben aktiv und vervollständigen ein wahrlich internationales Team.

Sprachbarrieren wird mit vielfachen Sprachkenntnissen des internationalen Kleiderkammer-Teams und Bildern zur Verständigung begegnet

„Puh, geschafft“ denken sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der DRK-Kleiderkammer oft, wenn sie nach drei bis vier anstrengenden Stunden pro Einsatztag noch bei einem Kaffee zusammensitzen. Momentan stellt jeder Sortier- und Ausgabetag für die engagierte Truppe stets eine besondere Herausforderung dar, denn die Ausgaben sind durch die sprachlichen Barrieren nicht einfacher geworden. Um dem Andrang besser gerecht zu werden, hat man die Ausgabe an männliche und weibliche Besucher räumlich voneinander getrennt. Fatna Kachar kümmert sich seitdem um die „Männerausgabe“, wie der ehemalige DRK-Ausbildungsraum umgangssprachlich genannt wird. „Trotz der vielfältigen sprachlichen Möglichkeiten der neuen Helfer, bleiben sprachliche Problematiken trotzdem bestehen“, weiß Corinna Kawaters zu berichten. Hier behilft man sich mit Bildern von Kleidungsstücken, mit denen man sich die Bedürftigen und die DRKler verständigen, wenn Sprachprobleme nicht gelöst werden können.

Zudem müssen die Kleidersäcke, die abgegeben wurden, sortiert und aufgehängt werden. Jede Menge Kleiderspenden, Trödel, Haushalts- und Spielwaren kommen hinzu, so dass an Ausgabe- und Sortiertagen mehrere Stunden lang Hochkonjunktur in der Kleiderkammer des Roten Kreuzes herrscht. Viele flinke Hände wuseln durch die Klamotten. Manches ist so stark verschmutzt, dass man Handschuhe tragen muss. Die Kleiderspenden werden in zwei Kategorien aufgeteilt. Guterhaltenes kommt in die Regale für die Ausgabe. Kaputte und verschmutzte Kleidungsstücke werden vom DRK recycelt. Durch die Erlöse hieraus wird der Betrieb der Kleiderkammer für die Bedürftigen und die auch weiterhin kostenlose Kleiderausgabe finanziert.

Ausgabezeit im Angebot – zusätzliche ehrenamtliche Unterstützung ist deshalb immer gefragt!

Die Sortierarbeiten alleine sind eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass die Ehrenamtlichen teilweise bis zu 75 Jahre alt sind. Mit viel Herzblut bei der Sache sind auch die Ältesten und machen sich nun schon auf noch mehr Arbeit im Jahr 2017 gefasst. „Durch die Schließung der Kleiderkammereinrichtungen in Höntrop und des Flüchtlingsnetz-werkes Eppendorf bekommen wir nun noch mehr Zulauf“, berichtet Fatna Kachar. „Es kommen aber nicht nur Flüchtlinge, sondern auch sozialschwache Menschen oder kinderreiche Familien – weil der Bedarf einfach besteht!“ Dieser besteht auch an weiterer Mithilfe: „Wir benötigen weitere Unterstützung, weil unsere 9 Ehrenamtler nicht ausreichen, um allen Ansprüchen der Kleiderkammer-Nutzer gerecht zu werden. Es werden ja auch Gespräche geführt, die Spendensäcke müssen kontrolliert, sortiert und eingelagert werden. Vor allem körperlich belastbare Personen sind hier bei uns gefragt, egal ob eine Mitarbeit an 3 Tagen in der Woche oder nur 2 Stunden an einem bestimmten Tag möglich sind. Helfende Hände werden immer gebraucht und sind herzlich willkommen“, erklären Corinna Kawaters und Fatna Kachar.

Informationen

Wer Interesse hat, in die Arbeit in der Kleiderkammer einfach einmal hinein zu schnuppern, kann sich unter der Rufnummer 02327-87017 beim DRK hierzu informieren.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
2 Kommentare
2.911
Wilhelm Walter aus Gladbeck | 02.01.2017 | 14:04  
3.848
Christian Lange aus Wattenscheid | 04.01.2017 | 14:33  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.