Innovatives Wohnen in Wattenscheid

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Sylvia Hornung, Johannes Bielawa, Rita Kosthaus, Nadine Urlacher, Anne Wiegers und Sabine Matzke (v. l.) zeigten Möglichkeiten des Wohnens im Alter auf.

Über verschiedene Wohnformen im Alter konnten sich Jung und Alt kürzlich im Caritas Zentrum in Wattenscheid informieren, denn die Veranstaltung stand unter dem Motto „Älter werden: Innovatives Wohnen in Bochum und Wattenscheid“.



Dabei ging es um die Möglichkeiten des Wohnens im Alter, denn neben dem Verbleib in den eigenen vier Wänden mit ambulanter Versorgung oder dem Umzug in ein Pflegeheim gibt es noch zahlreiche Alternativen. „Dabei ist es wichtig, rechtzeitig für später zu sorgen“, weiß Sabine Matzke vom Landesbüro für Innovative Wohnformen NRW. Sie arbeitet bereits sei 1997 an diesem Projekt und stellte am Donnerstag verschiedene Varianten des Wohnens vor: Vom Mehrgenerationenwohnen über nachbarschaftliche Wohnprojekte bis hin zu Altenwohngemeinschaften. Zusammen mit Anne Wiegers beantwortete sie außerdem zahlreiche Fragen rund um dieses Thema.
Das Ziel des Projektes „Altengerechte Quartiere NRW“, zu dem auch dieser Informationsabend gehörte, ist es, weg von der Sonderwohnform für ältere Menschen hin zu „normalem“ Wohnen zu gelangen. „Das verhindert Einsamkeit, da die betroffenen Menschen weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und die Selbstständigkeit gefördert wird“, erklärte Matzke. Der Wohnaspekt solle dabei vor der Pflege stehen und die Nutzer solcher Wohnformen werden angehalten, ihre Fähigkeiten und eigenen Kräfte noch so gut es geht einzusetzen. Denn Gemeinsamkeit sei die beste Medizin, so Matzke. Deshalb sei es wichtig, im Alter über ein soziales nachbarschaftliches Netzwerk zu verfügen, das jedoch schon viel früher bewusst aufgebaut werden muss.
Zusammen mit Nadine Urlacher und Johannes Bielawa, die in dem Projekt mitarbeiten, stellte Matzke verschiedene Wohnformen in Bochum und Wattenscheid vor: So gibt es zum Beispiel das Projekt „Wohnen im Unruhezustand“, das 1999 mit 14 Wohnungen gegründet wurde und auf das schließlich ein weiteres Projekt folgte, bei dem in besonderer Form auf den Bedarf der zukünftigen Bewohner eingegangen wurde. Unter anderem wurde dort besonders auf die Barrierefreiheit geachtet, lange bevor diese ein großes Thema wurde. „Die Bewohner des Hauses konnten vieles mit den Architekten zusammen planen, deshalb ist es für sie wie ihr eigenes Projekt“, erzählte Matzke. Abgesehen davon gäbe es noch das „Citynahe Wohnen Wattenscheid-Mitte“, in dem sich neben Gemeinschaftsraum und Küche auch ein ambulanter Pflegedienst vor Ort befindet, der extra gebucht werden kann.
Neben diesen beiden Wohnformen gibt es außerdem auch eine Pflegewohngruppe für Menschen mit Demenz oder auch das „Alsenwohnzimmer“, das über einen Gemeinschaftsgarten verfügt und in dem regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen wie Basteln, Tanzen oder Ausflüge geplant werden. „Auch virtuelle Wohngemeinschaften bilden sich immer häufiger, die über Telefon und Internet vernetzt sind, denn immer mehr ältere Menschen können auch mit dieser Technik umgehen“, erzählte Wiegers. So können auch Menschen, die nicht im selben Haus wohnen, schnell erreicht werden, wenn Hilfe benötigt wird, und man könne gut den Kontakt aufrechterhalten.
Von Wohngemeinschaften riet Matzke dagegen ab, denn: „Die meisten älteren Menschen wünschen sich erfahrungsgemäß eine eigene abgeschlossene Wohnung.“ Daher seien Hausgemeinschaften angebrachter.
Schließlich ermutigte das Team jeden, der selbst eine Idee zu Wohnformen im Alter hat, sich bei Sabine Matzke oder im Quartiersbüro zu melden, um über die Umsetzung eines solchen Projekts zu sprechen.
Fragen zu allen Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen können außerdem auch im Seniorenbüro unter Tel.: 946126 beantwortet werden.
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