„Seniorenfreundliches“ Wohnen - Checkliste für Vermieter in der Wattenscheider Innenstadt sorgt für schnelle Vermittlung

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Hindernisse vermeiden: Zum altersgerechten Bad gehört eine bodengleiche Dusche. Sie sollte bereits eingebaut sein, bevor man sie plötzlich braucht. (Foto: SHK)
 
Nadine Urlacher leitet das Projekt "Altengerechte Quartiere.NRW" Wattenscheid-Mitte. (Foto: Archiv)
Bochum: Rathaus Wattenscheid |

In Wattenscheid gibt es eine zentrale Stelle der Stadt Bochum, angesiedelt im Rathaus Wattenscheid, bei der sich Interessenten für seniorengerechte Wohnungen melden können. Hierzu zählen ausschließlich geförderte Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus, für die die potenziellen Mieter einen Wohnberechtigungsschein (WBS) vorweisen müssen.

Es gibt lange Wartelisten für die Seniorenwohnungen. Eine frühzeitige Anmeldung und Aufnahme auf die Warteliste ist zwingend erforderlich. Meist wird der Umzug in eine barrierearme und seniorenfreundliche Wohnung schneller notwendig, als es die Warteliste vorsieht. Für ältere Menschen oder Paare, die aus bestimmten Gründen keinen WBS erhalten, gestaltet sich die Suche nach passendem seniorengerechtem Wohnraum noch schwieriger. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle oder Listen. Die Senioren müssen sich selbständig auf die Suche begeben. Das wird dann besonders hart, wenn keine Hilfe aus dem Umfeld kommt. Online-Suche oder Makler kommen für den überwiegenden Teil der Suchenden nicht in Frage. Übrigens sind die Begriffe „seniorengerecht“ oder „Seniorenwohnung“ nicht festgelegt oder genormt. Es obliegt dem Vermieter, sein Angebot so zu bezeichnen.

Vermietet oder nicht – das spielt keine Rolle

Diesen Bedarf haben die Teilnehmer in die Quartiers-Werkstatt eingebracht und gemeinsam an der Initiative „seniorenfreundliches Wohnen“ und der Checkliste für Vermieter gearbeitet. Ziel ist es, alle Vermieter und Verwalter in Wattenscheid(-Mitte) zu erreichen, damit sie sich bei AQ.NRW oder im Seniorenbüro Wattenscheid melden, wenn sie, orientiert an der von der Quartiers-Werkstatt erarbeiteten Checkliste, passende Wohnungen im Bestand haben. Ob diese zurzeit vermietet sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es folgt die Erstellung einer Liste mit Ansprechpartnern, damit ältere Menschen in der Wattenscheider City einfacher zu einer seniorenfreundlichen Wohnung kommen.

Angebot ist kostenlos und zeitlich unbegrenzt

"Dieses Angebot ist für die Vermieter kostenlos und zeitlich unbegrenzt. Eine Börse – zum Beispiel ein Schwarzes Brett oder ein Online-Forum, wo die Möglichkeit besteht, die jeweils freien seniorenfreundlichen Wohnungen einzustellen, ist derzeit noch nicht möglich – aber wünschenswert! Wir arbeiten daran", verspricht Nadine Urlacher vom Projekt "Altengerechte Quartiere.NRW" Wattenscheid-Mitte. Weitere Infos gibt es unter Tel.: 9461-86.
Warum können Senioren als Mieter sehr von Vorteil für den Vermieter sein? Darauf gibt es Antworten der Aktiven in der Quartiers-Werkstatt. Ältere Menschen verbleiben gerne am vertrauten Ort, ziehen also weniger häufig um, was für Vermieter eine langfristige, auch finanziell sichere Perspektive bietet. Senioren sind in der Nachbarschaft verwurzelt und achten auf die Menschen um Sie herum. Sie interessieren sich für ihr direktes Wohnumfeld und sind gut erreichbar.

Wertsteigerung durch Senioren-Mieter

Nicht an erster Stelle, aber dennoch erwähnenswert ist die Tatsache, dass Senioren auch zur Wertsteigerung der Mietwohnung beitragen können, indem zum Beispiel Fördergelder für die barrierefreie Umgestaltung des Wohnraums genutzt werden können. Die seniorenfreundliche Wohnraumanpassung führt zur guten Wiedervermietbarkeit, denn es mangelt in der City an seniorengerechtem und bezahlbarem Wohnraum.
Dass Wohnen im Alter ein bundesweites wohnungspolitisches Handlungsfeld ist, betont auch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mit Sitz in Bonn.
Demzufolge entspräche der Anteil des altersgerechten Wohnungsbestands bundesweit mit geschätzten 700.000 Wohnungen und somit unter zwei Prozent aller Wohnungen nicht dem Bedarf, der künftig aufgrund des demografischen Wandels benötigt werde. Daher fördere das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ seit 2009 Anpassungsmaßnahmen im Wohnungsbestand. Es müsse nicht zwingend eine DIN-gerechte Barrierefreiheit hergestellt werden, bei den umgesetzten Maßnahmen standen etwa 2014 mit 22 Prozent Anpassungen der Sanitärräume im Vordergrund. Etwa der Einbau bodengleicher Duschen, gefolgt von Maßnahmen zur Überwindung von Niveauunterschieden etwa durch Aufzüge.
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