Märchenwelt in Höntrop

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Gerade für Kinder ist es ein ganz besonderes Erlebnis, auf der Bühne zu stehen. (Foto: Sophia Rettberg)
 
(Foto: Sophia Rettberg)

Die seit 1954 auf der Waldbühne in Höntrop aufgeführten Märchenspiele sind mittlerweile Tradition. Jedes Jahr werden im Sommer zwei bis drei klassische Märchen auf die Open-Air-Bühne gebracht und mehrmals aufgeführt.

Von Sophia Rettberg

Die Schauspieler sind die Mitglieder der Kolpingspielschar, einer generations-übergreifenden Gruppe, die aus Freiwilligen besteht. Das jüngste Mitglied ist erst drei Jahre alt und das älteste aktive Mitglied ist die mit 80 Jahren immer noch als Requisiteurin tätige Thea Nau. "Jeder macht, was er kann und wozu er Lust hat", betont Gerti Höneberg, die seit fünf Jahren die Regie führt. Sie selbst war als Kind Schauspielerin bei der Spielschar und ist mittlerweile schon seit über 40 Jahren dabei.
Welche Stücke im Rahmen der Märchenspiele aufgeführt werden, entscheidet sich abhängig von der Verfügbarkeit der Schauspieler und davon, wie personenintensiv das jeweilige Stück ist. Auch gibt es nach 63 Jahren Spielzeit mittlerweile ein Repertoire an Stücken, das sich alle sieben bis acht Jahre wiederholt. Dieses Jahr wurde die Märchensaison mit dem für die Spielschar neuen Stück "Die Schneekönigin" eingeläutet, womit für Gerti Höneberg ein Traum in Erfüllung geht. Schon länger wollte Höneberg das Märchen gerne aufführen, allerdings war immer der Hintergedanke da, dass es sich dabei um ein sehr anspruchsvolles Stück handelt. Jetzt konnte sie ihren Wunsch jedoch durchsetzen und so stellt sich die Kolpingspielschar dieses Jahr einer neuen Herausforderung. "Es handelt sich bei der 'Schneekönigin' um ein pädagogisch sehr wertvolles Märchen", erklärt Gerti Höneberg ihre Begeisterung für das Stück. Außerdem sei es keinesfalls ein reines Wintermärchen, wie viele denken, sondern es ginge vielmehr darum, die Botschaft zu überbringen, dass das Gute auf der Welt nicht ohne das Böse existieren kann. Zudem kommen im Laufe des Stücks alle vier Jahreszeiten einmal vor.
Trotzdem soll bei der Aufführung natürlich eine entsprechende Winteratmosphäre herrschen. Daher haben sich die Darsteller und freiwilligen Helfer dieses Mal bei dem aufwendigen Bühnenbau wieder ordentlich ins Zeug gelegt, sodass die Zuschauer bei der Vorstellung richtig in die sommerliche Winterwelt eintauchen können. Zusätzlich anspruchsvoll ist der Kulissenbau, da damit erst ein bis zwei Tage vor der Premiere begonnen werden kann. Auch geprobt wird auf der Waldbühne erst ungefähr eine Woche vor der ersten Aufführung, da dazu vorher nicht die Möglichkeit besteht. Doch auch die restliche Zeit des Jahres hat die Kolpingspielschar ein sehr volles Programm, für das in kirchlichen Räumlichkeiten geprobt wird. Nach den Märchenspielen führt die Spielschar noch ein Stück im Herbst auf, im Winter sind sie mit Tanz und Gesang im Karneval aktiv. Direkt nach der Karnevalszeit werden bereits die Rollen für die Märchenspiele besetzt und es finden die vier bis fünf Leseproben statt, worauf die Standproben folgen. Alle Märchenstücke werden parallel geprobt; es finden je nach Stück ein bis zwei Proben pro Woche statt, direkt vor der Aufführung manchmal drei.
Besonders Jugendförderung wird bei der Kolpingspielschar großgeschrieben. Immer wieder sind auch Kinder in den Hauptrollen, um deren Tanz-Choreografien sich vor allem Co-Regisseurin Anja Auth-Tenner kümmert. Damit auch bei den Zuschauern Klein sowie Groß Spaß an dem Theaterstück finden und es leicht verständlich ist, wurde ein Erzähler hinzugefügt, der die Kinder jeweils auf die nächste Szene vorbereitet.
Viel Wert legt die Gruppe außerdem auf die Verbindung der Gegenwart mit den altertümlichen Märchen. Dies geschieht vor allem durch den passenden Einsatz von moderner Musik.
"Am schönsten ist der Gemeinschaftssinn", betont Gerti Höneberg stolz. Das ist wahrscheinlich die Voraussetzung dafür, dass jedes Jahr wieder so tolle Aufführungen auf die Beine gestellt werden.
Neben der "Schneekönigin", welche noch bis zum 21. Juli aufgeführt wird, gibt es dieses Jahr vom 24. bis zum 28. Juli das Stück "Die kleine Hexe" und vom 14. bis zum 25. August das Märchen "Der gestiefelte Kater".
Gespielt wird bei jedem Wetter, auch wenn Sonnenschein natürlich wünschenswert ist. "Gegen Schnee hätte ich auch nichts", fügt Höneberg hinzu.
Der Kartenverkauf findet direkt vor der Aufführung am Eingang statt.
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