Ein Drama: Wieder 2:0-Vorsprung verspielt

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Zweimal zeigte Schiedsrichter Bastian Börner auf den Elfmeterpunkt zugunsten von Rot-Weiß Essen. Den ersten Strafstoß konnte Lukas Fronczyk parieren, durch den verwandelten Handelfmeter kamen die Gastgeber zurück ins Spiel. (Foto: Andreas Molatta)
 
Schlussmann Lukas Fronczyk parierte nach einer Viertelstunde einen Foulelfmeter, war am Ende aber über das 2:2 nicht glücklich. FOTO: Peter Mohr
Unfassbar! Zum dritten Mal in Folge hat Regionalligist SG Wattenscheid 09 einen 2:0-Vorsprung verspielt, ging am Dienstag nach beherztem Auftritt bei RW Essen doch nur mit einem 2:2 auf die Heimreise und bleibt damit weiter im Tabellenkeller. Dabei war der erlösende Befreiungsschlag greifbar nahe.

Trainer André Pawlak hatte am zuletzt bewährten 4-1-4-1-System festgehalten, aber dennoch zwei Änderungen vorgenommen. Für den verletzten Kevin Brümmer war Nico Buckmaier in die Startformation gerückt, und statt Christoph Kasak stand der Ex-Essener Alex Thamm in der Innenverteidigung. Thamm sollte in den turbulenten 90 Minuten an der Hafenstraße eine der wichtigsten Figuren werden. Die 09er legten gegen den Favoriten los wie die Feuerwehr und hatten in der 4. Minute bereits eine hochkarätige Chance, als im Anschluss an eine Sarisoy-Ecke das Leder von einem RWE-Feldspieler von der Linie geschlagen wurde.
Sechs Minuten später sorgte eine Ecke dann für die 09-Führung. Wieder hatte „Sherry“ Sarisoy das Leder auf den „ersten“ Pfosten gezirkelt, und Alex Thamm ließ den Ball über den Scheitel ins Netz rutschen. An Dramatik war die Partie kaum zu überbieten. Fast direkt nach Wiederanstoß forderten die RWE-Fans einen Strafstoß, als Kevin Lehmann den Laufweg eines RWE-Spielers gekreuzt hatte und dieser zu Fall gekommen war. Schiedsrichter Börner sah dies anders, zeigte aber dafür drei Minuten später auf den „Punkt“ als Sven Preissing Essens Sturmführer Christian Knappmann (vermutlich vor der Strafraumgrenze) attackiert hatte. Doch Knappmanns Elfer wurde von Lukas Fronczyk im 09-Kasten mit einer Glanztat abgewehrt. Danach wurden die Hausherren stärker und hatten mit einem Kopfball von Lalentin, der von der Unterkante der Latte wieder ins Feld zurücksprang, eine 100-prozentige Torchance. Die Führung hing am seidenen Faden, doch die Pawlak-Truppe hielt mit Leidenschaft dagegen und brachte die Führung in die Halbzeitpause.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs hätte ein Lapsus von Ex-09er Philipp Kunz im RWE-Tor der SGW fast den zweiten Treffer beschert. Der fiel dann in der 63. Minute, als sich Berkant Canbulut an der Strafraumgrenze durchsetzte, abzog und das Leder in den linken Torwinkel „rauschte“.
Missfallenskundgebungen aus dem Essener-Fanblock waren unüberhörbar, die Stimmung war schon auf dem Siedepunkt, als Alex Thamm in der 73. Minute ein unglückliches Handspiel unterlief, und Schiedsrichter Börner zum zweiten Mal auf den „Punkt“ zeigte. Pires ließ sich die Chance nicht entgehen und verkürzte auf 1:2.
Nur sieben Minuten später nutzte Koep eine Unentschlossenheit im Wattenscheider Strafraum zum Ausgleich für Essen. Was folgte? Nicht etwa ein Sturmlauf von RWE, sondern vier Ecken in Folge für die Lohrheidekicker (am Ende gab es ein Eckenverhältnis von 14:5 zugunsten von 09), eine gute Kopfballchance von Alex Thamm und nach 94 Minuten die bittere Erkenntnis, dass es wieder nicht mit dem ersten Saisonsieg geklappt hat. Trotz einer starken Leistung steht unter dem Strich aber auch als Fakt, dass zum dritten Mal ein 2:0-Vorsprung nicht „ins Ziel“ gebracht wurde und dass das vierte 2:2 in Serie in Sachen Klassenerhalt nicht weiterhilft. Schade!

Fronczyk, Preissing, Grembowietz, Thamm, Lehmann, Zajas, Buckmaier, Sarisoy (82. Lenz), Canbulut (70. Zaskoku), Enzmann, Trisic (90+2 Hibbeln)

Gelbe Karten: Preissing, Trisic, Zajas, Thamm
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