Goldene Tage für den TV 01

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Pamela Dutkiewicz stellte am letzten Wochenende in Leipzig eine Europäische Jahresbestleistung auf. Fotos (2): TV 01
 
Marius Probst ist für die Hallen-Europameisterschaften gleich doppelt nominiert worden.

Es sind goldene Tage für Leichtathleten des TV Wattenscheid 01. Vielen starken Leistungen bei den Deutschen Hallenmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Leipzig folgten nun Berufungen durch den Deutschen Leichtathletikverband.

Der DLV hat drei Athleten für die Hallen-Europameisterschaften in Belgrad am ersten März-Wochenende nominiert. Angeführt wird die deutsche Nationalmannschaft unter anderem von Pamela Dutkiewicz, die in Leipzig über die 60 Meter Hürden Europäische Jahresbestzeit gelaufen war. Ebenfalls über die 60 Meter Hürden wird der Neu-Wattenscheider Erik Balnuweit an den Start gehen.
Gleich doppelt nominiert ist Marius Probst: Der junge Mittelstreckler und frisch gebackene Deutsche Meister über die 1.500 Meter ist vom DLV nicht nur für seine Paradestrecke, sondern auch für die 800 Meter aufgestellt worden. Über beide Strecken hatte der Wattenscheider die geforderte Norm erfüllt.
Ein Start auf beiden Strecken ist aber kaum möglich, dafür ist der Zeitplan bei einer Hallen-EM zu eng. „Ich werde über die 1.500 Meter an den Start gehen, das habe ich mit dem Bundestrainer schon so besprochen“, sagte Probst nach seiner offiziellen Nominierung, „ich bin über die längere Distanz einfach stärker, die Wahl fällt mir leicht, das ist meine Strecke.“ Die Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten finden vom 3. bis zum 5. März in Belgrad statt.

An diese "Deutschen" wird man lang denken

An die "Deutschen" von Leipzig wird man sich in Wattenscheid noch lange erinnern.
Insgesamt gab es zehn Medaillen, darunter fünf aus Gold.
Den perfekten Lauf legte Dutkiewicz hin: Am Ende standen mit 7,79 Sekunden ein neuer Meisterschaftsrekord, der zweite Platz in der Weltjahresbestenliste, die Europäische Jahresbestzeit und natürlich die Goldmedaille samt deutschem Meistertitel. Noch im Vorlauf wäre die Wattenscheiderin fast gestürzt – um dann völlig unbeeindruckt im Finale der dominanten Hürdensprinterin der letzten Jahre in Deutschland, Cindy Rohleder, die persönliche Bestzeit lief, keine Chance zu lassen.
Danach gab es erst mal völligen Unglauben über die eigenen Fähigkeiten und Tränen auf der Ehrenrunde. „Mittlerweile ist es so, dass Pamela mich nach dem Lauf fragt, was sie denn gemacht habe – sie selbst bekommt das gar nicht mit, so fokussiert ist sie. Und so entspannt“, sagte Trainer Slawomir Filipowski über seinen langjährigen Schützling. „Ich war vor dem Vorlauf viel nervöser als dann im Finale“, sagte die neue Deutsche Meisterin.
Gold gab es auch für Balnuweit über die 60 Meter Hürden – den mittlerweile sechsten Meistertitel in Folge über diese Strecke für den gebürtigen Sachsen. Balnuweit zeigte trotz einer Fuß-OP vor ein paar Monaten und für ihn eher mittelmäßigen Zeiten in den ersten Wochen der Hallensaison eine Leistung, die keine Fragen offen ließ: ein souveräner Vorlauf und dann ein Finale mit 7,62 Sekunden im Ziel – Saisonbestleistung für den sympathischen Hürdensprinter. „Ich freue mich vor allem darüber, dass ich das Vertrauen, dass der TV Wattenscheid in mich gesetzt hat, schon mal mit einer ersten Medaille zurückgezahlt habe“, sagte ein sichtlich entspannter Balnuweit nach seinem Erfolg.
Ein hochüberlegenes Rennen zeigte Probst. Der junge Wattenscheider hängte sich an Mitfavorit Florian Orth und überspurtete den Kontrahenten dann auf den letzten 200 Metern locker. Am Ende war es dann die Goldmedaille. 3:41,40 Minuten lief Probst, das war eine Befreiung für den Schützling des Wattenscheider Lauf- und Cheftrainers Tono Kirschbaum. Zuletzt war Probst immer ganz knapp an der Norm vorbeigelaufen.
Über die 200 Meter der Männer hieß es fast „Business as usual“: Auch dieser Titel ging wie (fast) immer nach Wattenscheid. Favorit Robin Erewa lief dabei nicht nur einfach zu Gold und Meisterschaft: Mit 20,52 Sekunden lief er auch gleich die zweitbeste Zeit, die jemals ein Deutscher in der Halle über die 200 Meter gerannt ist (Rekord: 20,42; Sebastian Ernst, TV Wattenscheid 01, 2011).
Gold gab es dann zum Abschluss in Leipzig im letzten Rennen der Meisterschaften auch für die 4-mal-200-Meter-Staffel der Männer. Robin Erewa, Maurice Huke, Carlo Weckelmann und Maximilian Ruth liefen eine starke 1:24,83 – Weltjahresbestzeit für eine 4-mal-200-Meter-Staffel, damit steht der TV Wattenscheid 01 in diesem Ranking jetzt vor der USA-Nationalstaffel. Marius Probst ist für die Hallen-Europameisterschaften gleich doppelt nominiert worden.
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