Lange Gesichter in der Lohrheide

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Die Enttäuschung war riesengroß. Unser Bild zeigt Angelo Langer, der den Strafstoß vor dem 1:2 verursacht hat. FOTO: Peter Mohr
Es ist nichts geworden mit dem erhofften Einzug in den DFB-Pokal. Die SG Wattenscheid 09 unterlag am Pfingstmontag dem Oberligameister TuS Erndtebrück mit 1:4 (1:1). Entsprechend groß war die Enttäuschung an der Lohrheidestraße.

„Es war alles vorbereitet für ein Fußballfest. Leider haben wir unseren Teil diesmal nicht beigetragen. In der Kabine herrscht große Traurigkeit. Wir haben es nicht geschafft, voll da zu sein. Das tut mir leid – auch für die Fans und den gesamten Verein“, bekannte der sichtlich geknickte Coach Farat Toku nach der Partie.
Zwar hatten die Gastgeber vor der Rekordkulisse von knapp 2800 Zuschauern die erste große Torchance durch Nico Buckmaier schon in der zweiten Minute, doch nach einer guten Viertelstunde war der Wattenscheider Matchplan Makulatur. Erndtebrücks Jaeschke setzte sich gegen die beiden Innenverteidiger Felix Clever und Adrian Schneider, die offensichtlich einen Moment lang auf Abseits spekuliert hatten, durch und überwand Schlussmann Edin Sancaktar mit einem Schuss in den linken Torwinkel.
Die Toku-Truppe wirkte durch den Rückstand stark verunsichert, konstruktiver Spielaufbau blieb zunächst Mangelware. Stattdessen hatte der Gast aus dem Wittgensteiner Land durch Selishta in der 24. Minute sogar das 0:2 auf dem Fuß. Erst nach einer halben Stunde fand die SGW besser ins Spiel, und nach Haymenn Traorés Flügellauf über die rechte Seite wäre seine Flanke beinahe von einem Gästespieler ins eigene Tor abgefälscht worden. In der 34. Minute dann der umjubelte Ausgleich – sozusagen ein doppeltes Abschiedsgeschenk. Haymenn Traoré, der nach Dortmund wechselt, hatte von rechts geflankt und Daniel Keita-Ruel, der in die 3. Liga zu Fortuna Köln geht, war im Zentrum per Kopf zur Stelle. Alles schien doch noch seinen Lauf zu nehmen. Wenig später scheiterte Keita-Ruel nach starker Vorarbeit von Kapitän Nico Buckmaier, und die anschließende Ecke von Manuel Glowacz setzte Felix Clever nur hauchzart am rechten Pfosten vorbei.

Nach einer Stunde riss der Faden
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte die Toku-Elf die erste nennenswerte Aktion auf ihrer Seite. Ein Freistoß von Manuel Glowacz strich knapp am rechten Pfosten vorbei. Doch danach riss aus unerklärlichen Gründen der Faden. Die Gäste wurden stärker und bekamen in der 62. Minute nach einem ungeschickten Tackling von Angelo Langer einen Strafstoß zugesprochen, den Jaeschke zur Führung verwandelte.
Die 09er warfen alles nach vorne, konnten sich aber keine hochkarätigen Torchancen mehr heraus spielen. Lediglich Standards sorgten ab und an für Gefahr. Statt Spielwitz sah man Brechstangen-Fußball. „Adi“ Schneider wurde als zusätzliche kopfballstarke Spitze ins Zentrum beordert, doch Zählbares sprang nicht mehr heraus. Mit zwei Kontern in der 78. Minute und in der Nachspielzeit machten die wacker kämpfenden Erndtebrücker am Ende den Sack zu. Aus Wattenscheider Sicht ein mehr als enttäuschendes Spiel. Dass der Gästesieg zu hoch ausgefallen ist, war unstrittig. Verdient war er unter dem Strich allemal.

Sancaktar, Traoré, Clever, Schneider, Langer, Tietz (78. Jakubowski), Tumbul (85. Stevanovic), Glowacz, Canbulut (70. Dias), Buckmaier, Keita-Ruel

Weitere Fotos in unserer Bildergalerie http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/sport/eind...
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