Regionalliga: SGW „nur“ Remis gegen zehn Mann

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Torschütze Lukas Lenz (Mitte) rackerte unermüdlich. Unser Bild zeigt ihn im Zweikampf mit seinem Namensvetter, Velberts Schlussmann Manuel Lenz. FOTO: PETER MOHR
Die SG Wattenscheid 09 holte zwar am Sonntag beim 1:1 (0:1) in Velbert den ersten Punkt in der Regionalliga. Aber unter dem Strich war mehr drin, schließlich spielte die Pawlak-Truppe die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl.

Am Ende war die Gefühlslage ziemlich zwiegespalten. Man wusste nicht recht, ob man sich über das Resultat freuen oder ärgern sollte. Die 09er verstanden es nicht, die 45-minütige numerische Überlegenheit auch in Torchancen umzumünzen.
Schon vor dem Spiel hatte Coach André Pawlak für einige Überraschungen gesorgt, indem er seine komplette Hintermannschaft ausgetauscht hatte. Niklas Andersen rückte von links in die Innenverteidigung, Alex Thamm, Christian Melchner und Marvin Rathmann fanden sich auf der „Bank“ wieder. Im Gegensatz zu Ali Issa, Jens Grembowietz und „Sherry“ Sarisoy, die in Velbert auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Das Personalkarussell hat schon am zweiten Spieltag richtig Fahrt aufgenommen.
Vielversprechend war auch der Start der SGW im Stadion „Sonnenblume“. Niklas Andersen setzte einen Kopfball nach Zaskoku-Freistoß in der 3. Minute knapp neben das Tor, wenig später war ein Steilpass auf Lukas Lenz eine Winzigkeit zu lang geraten.
Nach gut zwanzig Minuten durfte der 09-Anhang (der gut zwei Drittel der Zuschauer ausmachte) dann jubeln. Sven Preissing, der überraschend hinten rechts in der Viererkette agierte, hatte sich auf der Außenbahn prächtig durchgesetzt und scharf nach innen geflankt. „Lucky“ Lenz musste im Zentrum nur noch „abstauben“. Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten, in der 27. Minute scheiterte Boztepe am Aluminium. Fünf Minuten später auf der Gegenseite ein Chancen-Doppelpack für die Lohrheide-Kicker. Erst zielte Milko Trisic von halblinks knapp am langen Pfosten vorbei, dann fehlten bei einem Kasak-Pass in die Tiefe Kapitän Zajas die „berühmten Zentimter“, um das Leder am Keeper vorbei lenken zu können. Dann sorgten die Hausherren vor dem Pausentee noch zweimal für Aufregung. Erst scheiterte Tumanan mit einem Schuss aufs kurze Eck an Schlußmann Benjamin Carpentier, dann sah Velberts Mondello in der 43. Minute den roten Karton nach einer Attacke gegen Nico Buckmaier. Eine überharte Entscheidung von Schiedsrichter Sven Heinrichs.
Doch die Niederberger schockte dies nicht. Im Gegenteil: In den zweiten 45 Minuten gingen sie beherzter in die Zweikämpfe und wirkten um einiges laufstärker. In der 53. Minute kam Rrustemi nach einem Boztepe-Freistoß aus dem Halbfeld völlig unbedrängt zum Kopfball und konnte aus kurzer Distanz ausgleichen.
Danach gab es zwar viel Wollen auf 09-Seite, aber es fehlte einfach die zündende Idee, der entscheidende „Geistesblitz“, um die Velberter Hintermannschaft um den ehemaligen RWO-Profi Dimitrios Pappas ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Immer wieder probierte es Berkant Canbulut, doch der Neuzugang aus Sprockhövel wurde einige Mal ziemlich rustikal von den Beinen geholt. Ein Trisic-Schuss von links „mit der Pike“ aufs kurze Eck, ein Linksschuss von David Zajas nach einem Solo, ein abgeblockter Versuch von Sven Preissing und mit dem Schlusspfiff ein Kopfball von Leon Enzmann von beinahe symbolischem Charakter. Das Leder ging aus kurzer Distanz weit über das Tor.
Das Team hat eine Top-Einstellung gezeigt, aber fußballerisch weht in der Regionalliga doch ein ganz anderer Wind.

Hin- und hergerissen fühlte sich auch Coach André Pawlak nach der Partie: So richtig kann ich diesen Zähler nach dem Spiel noch nicht einordnen. Wir wollten einen Punkt in Velbert holen. Aber wenn man den Spielverlauf und auch das Gegentor sieht, war eindeutig mehr für uns drin. Wenn ich eine Nacht drüber schlafe, werde ich aber zu der Erkenntnis kommen, dass dieser Punkt uns gut tut. Wir sind in der Regionalliga angekommen, und wir stehen vor dem spielfreien Tag nicht ohne Punkte da. Das war für uns wichtig.“

Carpentier, Preissing, Andersen, Kasak, Lehmann, Zajas, Zaskoku, Buckmaier (75. Enzmann), Trisic (88. Kisyna), Canbulut, Lenz (65. Hibbeln)

Gelbe Karten: Lenz (64.), Zajas (72.), Kasak (78.), Hibbeln (88.) – Zent (12.), Schweer (34.), Rrustemi (51.)

Rote Karte: Mondello (44.).

Weitere Fotos aus Velbert in unserer Bildergalerie http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/sport/foto...
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