SGW: Bittere Niederlage

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Berkant Canbulut ließ in der Anfangsphase zwei Großchancen "liegen". FOTO: Peter Mohr
Die SG Wattenscheid 09 kann auswärts offensichtlich nicht mehr gewinnen. Am Samstag gab es für die Toku-Truppe nach einer enttäuschenden Leistung eine 0:3-Niederlage beim SC Wiedenbrück. Die Lohrheidekicker rangieren momentan auf Rang sechs.

„Das war schon ganz bitter. Wir haben zwar viel Ballbesitz gehabt, aber uns auch ganz viele individuelle Fehler geleistet“, meinte der enttäuschte 09-Coach nach der Niederlage in Ostwestfalen. Seit dem 1. Oktober (3:2 in Bonn) wartet die SGW nun schon auf einen Auswärtsdreier. Durch den gleichzeitigen 5:2-Sieg des SV Rödinghausen liegt die SGW im Kampf um den Platz des besten westfälischen Regionlligisten nur noch einen Zähler vor dem SVR, der allerdings noch ein Nachholspiel zu bestreiten hat.
Wirklich überzeugend war aus Wattenscheider Sicht nur die Anfangsphase. In der ersten Viertelstunde boten sich bei zwei schnell vorgetragenen Angriffen über die linke Seite jeweils gute Chancen für Berkant Canbulut. Doch dem Ex-Sprockhöveler fehlte in aussichtsreichen Positionen im Wiedenbrücker Strafraum der Mut zum Torabschluss. Seine Querpässe verpufften im Niemandsland. Auffällig war – trotz der optischen Überlegenheit der SGW – die hohe Fehlpassquote. Weite Teile der ersten Halbzeit spielten sich nur zwischen den Strafräumen ab, statt fußballerischer Feinkost gab es derben Regionalliga-Eintopf mit vielen langen Bällen auf beiden Seiten.
Daniel Keita-Ruel wurde in der 31. Minute beim Torschuss am Elfmeterpunkt geblockt, wenig später zeigte SCW-Schlussmann Hölscher leichte Unsicherheiten bei einer weiten Flanke von Manuel Glowacz. Als schon alles auf einen 0:0-Pausenstand hindeutete, schlugen die Gastgeber mit ihrer ersten gefährlichen Aktion gleich zu. Demir Tumbul war im zentralen Mittelfeld in der Vorwärtsbewegung ein Fehlpass unterlaufen, Wiedenbrück schaltete blitzschnell um, und Chato traf aus halbrechter Position mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck.
Die große Ausgleichchance bot sich drei Minuten nach dem Pausentee Manuel Glowacz, der von Nico Buckmaier mit einem öffnenden Pass in halbrechter Position in Szene gesetzt wurde. Doch der ehemalige Kölner zögerte zu lange und zielte dann am kurzen Eck vorbei.
Keine fünf Minuten später gab es die nächste Lehrstunde in Sachen Effektivität durch die Hausherren. Zunächst konnte Schlussmann Bruno Donnici gegen Batarilo reaktionsschnell klären, doch im Nachsetzen beförderte Wiedenbrücks Goalgetter Lekesiz das Leder zum neunten Mal in dieser Saison ins gegnerische Tor.
Farat Toku brachte drei frische Kräfte, sein Team war auch optisch überlegen, konnte jedoch gegen die tief verteidigenden Hausherren in der letzten halben Stunde keine einzige Torchance heraus spielen. Wenig spielerische Linie und kaum gewonnene Offensivzweikämpfe prägten die Schlussphase, in der Wiedenbrück durch Spinrath in der 88. Minute sogar noch der dritte Treffer gelang – nach einem folgenschweren Ballverlust des eingewechselten Aram Abdelkarim.
Nein, es war kein Aprilscherz, sondern eine "wenig erwärmende" Vorstellung bei frühlingshaften äußeren Bedingungen.

Donnici, Traoré, Clever, Schneider, Langer, Tietz (72. Demircan), Tumbul (56. Abdelkarim), Glowacz, Canbulut (80. Tanidis), Buckmaier, Keita-Ruel

Tore: 1:0 Chato (40.), 2:0 Lekesiz (55.), 3:0 Spinrath (88.)

Gelbe Karten – keine

Zuschauer: 465

Weitere Fotos in unserer Bildergalerie http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/sport/eind...
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Christian Salamon aus Wattenscheid | 05.04.2017 | 19:56  
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