SGW: Dias entscheidet „Krimi“

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Manuel Glowacz (rechts) war an drei der vier Wattenscheider Treffer beteiligt. FOTO: Peter Mohr
Das war nichts für schwache Nerven. Mit einem Treffer in der Nachspielzeit sicherte Neuzugang Fabio Dias der SG Wattenscheid 09 am Dienstag einen 4:3-Sieg beim Aufsteiger Sportfreunde Siegen.

Trainer Farat Toku hatte der gleichen Startelf vertraut wie im Pokalspiel gegen Heidenheim. Das heißt Matthias Tietz saß im Leimbachstadion nach seinem Mittelhandbruch zunächst nur auf der Bank. Die 09er ergriffen rasch die Initiative, doch es fehlte die nötige Konsequenz, und auch in puncto Konzentration war man nicht sofort auf der Höhe. In der 5. Minute wurde die SGW im gegnerischen Stadion klassisch ausgekontert. Ein langer Ball landete bei Stürmer Zahn, der das Leder nach rechts ablegte, und Nebi überwand Edin Sancaktar im 09-Kasten mit einem Flachschuss.
Der Schock saß, und die bisher sieglosen Hausherren wurden couragierter. Zwar hatte der sehr agile Jonas Erwig-Drüppel in der 8. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, doch bei den 09ern fehlte der letzte Biss. Auch der Rückstand hatte keine Weckfunktion. Nach einer Viertelstunde schien dann das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Nach einer Flanke von der linken Seite verlor Norman Jakubowski (war es Stürmerfoul?) ein Kopfballduell, und Kapitän Zeh konnte aus kurzer Distanz den zweiten Siegener Treffer erzielen.
Doch vier Minuten später fiel der Anschluss wie aus dem Nichts. Manuel Glowacz zog aus halblinker Position von der Strafraumgrenze ab, und das Leder schlug unten links im Netz ein – nicht unhaltbar für Schlussmann Poremba, der im weiteren Verlauf der Partie noch eine zentrale Rolle spielen sollte.
Weitere vier Minuten später sah Siegens Torwart bei einer flachen Hereingabe von Angelo Langer, die durch den Fünf-Meter-Raum ging, ebenfalls nicht gut aus, und Daniel Keita-Ruel konnte am langen Pfosten abstauben – der erste Saisontreffer des Neuzugangs aus Ratingen.
Danach übernahm die Toku-Truppe das Zepter in einer „verrückten“ Partie und erspielte sich zahlreiche Torchancen. In der 34. Minute dann die Führung, als Nico Buckmaier den starken Jonas Erwig-Drüppel mit einem Flachpass in die Spitze geschickt hatte. Der Ex-Verler behielt die Übersicht und passte quer – exakt in den Lauf von Manuel Glowacz, der seinen dritten Saisontreffer diesmal als „Abstauber“ erzielte.

Rot gegen Siegens Keeper
Nach dem Pausentee hatten die Lohrheidekicker die erste vielversprechende Möglichkeit, als Jonas Erwig-Drüppel in der 50. Minute knapp am linken Pfosten vorbei zielte. Acht Minuten später stand dann wieder Siegens Keeper Poremba im Mittelpunkt, als er außerhalb des Strafraums Daniel Keita-Ruel von den Beinen holte. Schiedsrichter Wollenweber hatte gar keine andere Wahl, als den roten Karton zu zücken.
Doch die numerische Überlegenheit nutzte die Toku-Truppe nicht aus. Bis auf ein Distanzschuss von Manuel Glowacz (69.) gab es keine nennenswerten Torchancen. Im Gegenteil – mit zunehmender Spieldauer schlich sich ein wenig der Schlendrian ins 09-Spiel ein, und die Siegener wurden agiler. Nach einem weiten Einwurf musste Edin Sancaktar beherzt eingreifen (73.), um den drohenden Ausgleich zu verhindern. Und der fiel dann tatsächlich fünf Minuten vor dem Ende. Nach einer Flanke von der rechten Seite säbelte Norman Jakubowski im Zentrum über den Ball, und Nebi konnte aus rund acht Metern „vollstrecken“.
Plötzlich waren die sicher geglaubten drei Zähler und damit der dritte Auswärtssieg in weite Ferne gerückt. Doch die Truppe bäumte sich noch einmal auf, zeigte Moral und wurde belohnt. Der überragende Manuel Glowacz flankte in der zweiten Minute der Nachspielzeit von Rechtsaußen vors Tor, und der eingewechselte Fabio Dias traf volley. Danach nur noch Riesenjubel im 09-Lager nach einem echten „Krimi“ mit Happy-End.
Zehn Punkte aus den ersten fünf Saisonspielen - das ist eine mehr als stolze Ausbeute. Kein Wunder, dass Trainer Farat Toku kurz nach dem Spiel via Facebook bekannte: "Ich bin stolz auf die Mannschaft."

Sancaktar, Traoré, Jakubowski, Clever, Langer, Tumbul (88. Tietz), Canbulut, Glowacz, Erwig-Drüppel (67. Dias), Buckmaier (77. Kaplan), Keita-Ruel.

1:0 Nebi (5.), 2:0 Zeh (15.), 2:1 Glowacz (19.), 2:2 Keita-Ruel (23.), 2:3 Glowacz (34.), 3:3 Nebi (85.), 3:4 Dias (90+2.)

Gelbe Karte: Clever (42.), Sancaktar (83.), Dias (90+2.)

Zuschauer: 1470
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