SGW hatte Pokalsensation vor Augen

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Demir Tumbul hatte die SGW nach einer halben Stunde in Führung gebracht. FOTO: Peter Mohr
Das Pokalwunder war an der Lohrheide zum Greifen nahe. Bis eine Viertelstunde vor Schluss hatte die SG Wattenscheid 09 geführt, musste sich dann aber nach einem leidenschaftlichen Pokalfight dem 1FC Heidenheim vor 3300 Besuchern in der Lohrheide doch mit 1:2 geschlagen geben.

Trainer Farat Toku hatte der am letzten Wochenende gegen Schalke siegreichen Formation wieder das Vertrauen geschenkt. Ein Einsatz von Matthias Tietz, der mit einer Carbonmanschette um seinen Mittelhandbruch auf der Bank saß, war offensichtlich doch ein zu großes Risiko.
Der Zweitligist aus Heidenheim ging äußerst vorsichtig in die Partie, hatte zwar mehr Ballbesitz, spielte aber zumeist Querpässe in der eigenen Hälfte. Es dauerte eine Viertelstunde, ehe Heidenheim das erste Mal halbwegs gefährlich vor das Wattenscheider Tor kam. Nach einem Freistoß verlängerte Kraus das Leder mit dem Absatz, doch Edin Sancaktar im 09-Tor war auf der Hut.
Die SGW hielt – großartig unterstützt von den Rängen – mit viel Leidenschaft dagegen und ging keinem Zweikampf aus dem Weg. In der 21. Minute zog Daniel Keita-Ruel von rechts nach innen und zog aus gut 20 Metern ab, doch doch HFC-Keeper Müller war damit nicht zu bezwingen. Hochkarätiger war die 09-Chance vier Minuten später, als Keita-Ruel, das Leder in den Lauf von Jonas Erwig-Drüppel legte, und der Ex-Verler freie Bahn Richtung Tor hatte. Sein Abschluss ging allerdings knapp am linken Pfosten vorbei.
Die Partie nahm dann richtig Fahrt auf, auch Heidenheim kam zu einer Großchance. Feick flankte von links und Kleindienst jagte den Ball – frei stehend – aus zentraler Position am Tor vorbei.

Tumbul zur Führung
Nach einer halben Stunde dann der große Adrenalin-Ausstoß im 09-Lager. Manuel Glowacz zirkelte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld scharf Richtung Elfmeterpunkt, das Leder wurde verlängert, und Demir Tumbul köpfte am „langen“ Pfosten den Ball zur viel umjubelten 09-Führung in die Maschen.
Der Gast wirkte total verunsichert. Trainer Frank Schmidt, der morgens in Günnigfeld noch trainieren ließ, wirkte „angefressen“ und schickte die ersten Spieler zum Warmlaufen. Die SGW schob sich weiter nach vorn und provozierte so viele Fehlpässe der total verunsicherten Heidenheimer.
In der Pause nahmen die Gäste schon den zweiten Wechsel vor und brachten mit John Verhoek einen erfahrenen Zweitligastürmer, der für FSV Frankfurt und den FC St. Pauli schon 21 Zweitligatreffer erzielt hat. Und die Gäste kamen aggressiver aus der Kabine, setzten 09 mächtig unter Druck. Immer wieder musste Schlussmann Edin Sancaktar hellwach sein, um den Ausgleich zu verhindern.

Heidenheims Joker stachen
Mit seinem zweiten „Joker“ Bard Finne, der in der letzten Winterpause vom 1FC Köln nach Heidenheim gewechselt ist, bewies Gästetrainer Frank Schmidt das „goldene“ Händchen. Eine Co-Produktion der drei „Joker“ führte in der 75. Minute zum Ausgleich. Finne flankte, Atanga verlängerte, und der Niederländer John Verhoek vollstreckte. Drei Minuten später dann die Entscheidung zugunsten der Gäste, als Torschütze Thomalla einen doppelten Doppelpass mit Finne spielte und die Partie dann drehte.
„Man hat in neunzig Minuten kaum einen Klassenunterschied gesehen. Wir sind trotz der Niederlage mächtig stolz, und ich hoffe, dass wir nach diesem tollen Spiel vielleicht neue Fans für unsere weitere Saison gewonnen haben“, so 09-Trainer Farat Toku.
Auch Gästetrainer Frank Schmidt räumte ehrlich ein: „Die erste Halbzeit ging klar an Wattenscheid.“



Sancaktar, Traoré, Clever, Jakubowski, Langer, Tumbul (81. Dias), Canbulut (78. Yilmaz), Erwig-Drüppel (86. Kaplan), Glowacz, Buckmaier, Keita-Ruel


1:0 Tumbul (30.), 1:1 Verhoek (75.), 1:2 Thomalla (78.)
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