SGW in der Schlussphase demontiert

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Die SGW kam häufig einen Schritt zu spät - hier Sascha Tobor. FOTO: Peter Mohr
Das war ein rabenschwarzer Sonntag für die SG Wattenscheid 09. Es ist nicht nur die kleine Erfolgsserie gerissen, sondern in den letzten zehn Minuten wurde die Klöpper-Truppe beim 0:6 (0:1) an der Essener Hafenstraße förmlich demontiert.

Man sollte den Aberglaube nicht überstrapazieren, doch nach den drei siegreichen Partien ohne den Vorstandschef Christoph Jacob hat sich die Anwesenheit des ehemaligen Torwarts zumindest nicht als Glücksbringer erwiesen.
09-Coach Christoph Klöpper hatte vor dem Derby tief in die taktische Trickkiste gegriffen und Lucas Oppermann auf die linke Außenposition in der Viererkette beordert. Außerdem nahm er im Mittelfeld einen Tausch vor, der sich nicht als Glücksgriff erwiesen hat. Für Ridvan Avci kam „Nec“ Mohammad ins Team, der überhaupt keine Bindung zum Spiel fand, sich zudem ein Foul der Marke „dunkelgelb“ leistete und nach einer guten halben Stunde wieder vom Feld musste.
Da lagen die 09er schon mit 0:1 im Hintertreffen. Nach einem Fehler von Mohammad konnte Ex-VfLer Sven Kreyer nach drei Minuten allein aufs Tor zu laufen und behielt die Nerven. In der Folge musste sich Keeper Tim Boss mehrmals richtig ins Zeug werfen, um einen möglichen höheren Rückstand zu verhindern. Vor allem Essen Hermes machte viel Druck über die linke Seite.
Es dauerte eine halbe Stunde, ehe die 09er vor knapp 14500 Besuchern die erste Chance heraus spielten. Lucas Oppermanns scharfe Hereingabe von der linken Seite wurde jedoch zur Ecke abgeblockt. Im direkten Gegenzug parierte 09-Keeper Boss bei einem Kopfball wieder glänzend. Auf der Gegenseite musste sich Schlussmann Heimann nur in der 37. Minute bei einem Flachschuss von Jules Schwadorf strecken, konnte das Leder aber im Nachfassen unter Kontrolle bringen. Direkt vor der Pause Glück für die 09er, dass Tim Boss einen Patzer von Sascha Tobor reaktionsschnell ausbügeln konnte, und der RWE dann eine Riesenchance „liegen ließ“.
Nach dem Pausentee kamen die SGW-Kicker zunächst gut in die Partie wirkten beherzter in den Zweikämpfen und laufstärker. Doch nach zehn Minuten war dies Makulatur. Tim Hermes hatte einen Freistoß, über dessen Berechtigung sich trefflich streiten lässt, aus halbrechter Position zum 2:0 in den Winkel des Torwartecks geschlenzt.

Vier Gegentore in acht Minuten
Essen zog sich fortan weit zurück und machte clever in der eigenen Hälfte die Räume eng und lauerte auf Konter. Die 09er waren zwar optisch überlegen, konnten sich aber so gut wie gar nicht vor dem RWE-Tor in Szene setzen. Die Hausherren verpassten in der 68. Minute die Vorentscheidung, als Schiedsrichter Bläser nach einer Attacke gegen Hermes (halb sank er hin, halb zog’s ihn hin) auf den Punkt gezeigt hatte. Doch Tim Boss parierte den Strafstoß von Studtrucker und hielt die Partie offen. Sechzig Sekunden später kratzte sein Gegenüber Heimann einen Kaplan-Freistoß aus dem Winkel und verhinderte den möglichen Anschluss. Hektisch wurde es eine Viertelstunde vor Schluss, als die SGW nach einem Schuss von Ridvan Avci vehement einen Handelfmeter forderte. Einzige Konsequenz war jedoch, dass 09-Torwarttrainer Gloger des Feldes verwiesen wurde.
Was in den letzten acht Minuten an der Hafenstraße passierte, darüber sollte man aus 09-Sicht ganz schnell den Mantel des Schweigens hüllen. Die Mannschaft brach nach Nakowitschs Treffer zum 3:0 in der 82. Minute total auseinander und fing sich noch drei weitere Gegentore ein.
Noch nie zuvor in dieser Saison war die SGW so chancenlos wie am Sonntag an der Hafenstraße.

Boss, Tobor, Schneider, Clever, Oppermann, Mohammad (33. Avci), Grummel, Taskin (89. Schmitt), Kaplan, Klinger, Schwadorf (89. Saka)

Gelbe Karten: Mohammad, Schneider, Taskin, Kaplan, Boss

Mehr Fotos von der Hafenstraße in unserer Bildergalerie http://www.lokalkompass.de/wattenscheid/sport/foto...
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