SGW schafft Sensation gegen RWE

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Burak Kaplan traf (wie schon in Mönchengladbach) aus der Distanz. Archivfoto: Peter Mohr
Eigentlich unglaublich, was sich am Dienstag im Lohrheidestadion abspielte. Der „Underdog“ SG Wattenscheid 09 besiegte vor knapp 2800 Besuchern den wieder einmal zum Favoritenkreis gezählten großen Nachbarn RW Essen mit 3:0 (2:0) und hat damit dem guten Saisonstart ein frühes „Sahnehäubchen“ aufgesetzt.

Trainer Farat Toku war im vierten Saisonspiel dazu gezwungen, zum ersten Mal seine Startelf zu ändern. Für den nach seiner Ampelkarte aus dem Velbert-Spiel gesperrten Sascha Tobor brachte der 09-Coach Koray Kacinoglu ins Team. Wie sich später heraus stellen sollte, eine mehr als glückliche Wahl. Außerdem beorderte Toku Burak Kapln weiter nach vorn, ließ ihn als eine Art zweite Spitze neben „Günni“ Kaya agieren. Nico Buckmaier spielte statt dessen einen „Tick“ defensiver.

Der Gast von der Essener Hafenstraße legte allerdings los wie die Feuerwehr, übernahm sofort das Kommando, und 09-Keeper Edin Sancaktar musste sich bereits in der 1. Minute richtig strecken, um einen Schuss von Platzek zur Ecke abzuwehren. Der 09-Hintermannschaft blieb zunächst kaum Zeit zum Luft holen, die Essener setzten sich in der SGW-Hälfte fest. Nach zehn Minuten konnte Kapitän Mario Klinger mit einer beherzten Grätsche am Fünfmeterraum den drohenden Rückstand verhindern. Weitere sieben Minuten später eine tolle Rettungstat von Schlussmann Edin Sancaktar, der über 90 Minuten eine ganz starke Leistung zeigte und viel Ruhe ausstrahlte, gegen Essens emsigen Angreifer Jesic.
Nach und nach konnten sich die Hausherren vom Druck befreien und schlossen ihren ersten durchkombinierten Angriff in der 25. Minute gleich mit der Führung ab. „Neco“ Mohammad spielte den Ball kurz vor dem Strafraum nach links auf Manuel Glowacz, der direkt weiter leitete auf Koray Kacinoglu. Mit einem Schlenzer aus Linksaußenposition brachte Kacinoglu die SGW in Führung – sein erster Regionalligatreffer für 09.

Mohammad zweimal Vorbereiter

Mit der Führung im Rücken gewannen die Aktionen der Toku-Truppe wieder mehr Sicherheit, und die Essener Anfangsüberlegenheit war dahin. Das RWE-Spiel wurde fahrig, die Fehlpassquote nahm zu, und vor allem im zentralen Mittelfeld gewannen die 09er mehr und mehr die Oberhand. „Neco“ Mohammad leistete bis zu seiner Auswechslung ein Riesenpensum und war keineswegs zufällig auch am zweiten Wattenscheider Treffer beteiligte. „Chris“ Braun hatte sich auf der rechten Außenbahn durch gedribbelt, spielte zurück an die Strafraumgrenze zu Mohammad, der mit dem Ball am Fuß „einige Schleifchen“ drehte und dann auf den freistehenden Burak Kaplan „ablegte“. Mit einem Flachschuss „wie ein Strich“ erhöhte Kaplan auf 2:0. Wie schon in Mönchengladbach ein sehenswerter Distanztreffer mit dem linken "Zuckerfuß".
Die erste nennenswerte Aktion nach dem Pausentee hatten die Essener, als in der 52. Minute ein Kopfball im Anschluss an eine Ecke knapp am 09-Gehäuse vorbei strich. Doch fast im direkten Gegenzug dann die frühe Vorentscheidung. Ein Flachschuss von Nico Buckmaier konnte Essens Schlussmann Heimann noch so gerade zur Ecke abwehren. Doch danach war der RWE-Keeper chancenlos. Nach einem Eckball von Manuel Glowacz (frisch gebackener Papa) kam Innenverteidiger „Adi“ Schneider fast ungehindert zum Kopfball und wuchtete das Leder gegen seinen Ex-Klub in die Maschen.
Die Gäste hatten zwar noch einige Chancen durch Windmüller (64.), der nach einem Freistoß den Pfosten traf, und durch Grebe (78.), dessen Volleyversuch vom Torschützen Koray Kacinoglu zur Ecke abgewehrt werden konnte, doch ernsthaft in Gefahr geriet der 09-Sieg nicht mehr. Schon Minuten vor dem Abpfiff skandierten die SGW-Anhänger lautstark und freudetrunken: „Ihr könnt' nach Hause fahren.“
Nach nun vier Spieltagen weist die SGW sieben Punkte und ein Torverhältnis von 11:4 auf und rangiert drei Zähler vor RW Essen. Wer hätte das vor Saisonbeginn für möglich gehalten?


Sancaktar, Kacinoglu, Schneider, Klinger, Braun, Mohammad (70. Tumbul), Meier, Glowacz, Buckmaier, Kaplan (81. Saka), Kaya (85. Mbona)

Tore: 1:0 Kacinoglu (25.), 2:0 Kaplan (39.), 3:0 Schneider (55.)

Gelbe Karten: keine
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