SGW: Wer verlässt sein Wohnzimmer?

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SGW-Trainer Farat Toku im Gespräch mit Stadtspiegel-Mitarbeiter Peter Mohr.
Noch drei (eigentlich bedeutungslose) Regionalligsapiele und das wichtige Westfalenpokalfinale stehen für die SG Wattenscheid 09 an. Und wie geht es weiter? Trainer Farat Toku stand Rede und Antwort.



Es hat in den letzten Tagen viel Wirbel um die SGW gegeben. Da war von ausstehenden Zahlungen die Rede, dann gab es Dementis vom Verein. Was ist wirklich Fakt?

Ich bin Trainer der 09er und äußere mich nur zu sportlichen Fragen.

Haben all die Turbulenzen abseits des Rasens auch Einfluss auf die Leistung der Mannschaft? Immerhin ist die Elf seit dem Aachen-Spiel am Ostermontag sieglos.
Wenn beim Spieler viele Fragen unbeantwortet bleiben, dann spielt das natürlich eine wichtige Rolle. Wir sind keine Maschinen, sondern Menschen! Wir sollten das zwar nie als Alibi nehmen, aber dauerhafte Probleme speichern sich im Unterbewusstsein und das überträgt sich. Wir spielen eine überragende Saison, haben unser Ziel, den Klassenerhalt, schon relativ früh eingetütet durch harte Arbeit und stehen dazu im Pokalfinale! Wann hat es das zuletzt gegeben?? Es ist doch hirnrissig, wenn man sagt, seit dem Aachen-Spiel nicht mehr siegreich. Man muss doch die gesamte positive Saison sehen.

Es stehen noch drei Regionalligapartien und das große Westfalenpokalendspiel an, das eine insgesamt starke Saison im Falle des Sieges mit dem Einzug in den DFB-Pokal noch krönen könnte. Wie hältst du jetzt die Spannung hoch, um nicht Gefahr zu laufen, in eine Negativspirale zu geraten?
Die ganzen englischen Wochen haben sehr viel Kraft gekostet. Natürlich hinterlässt das Spuren. Trotzdem bin ich unheimlich stolz und glücklich Trainer von 09 zu sein und eine tolle Mannschaft begleiten zu dürfen. Im Pokalfinale zu stehen ist schon ein Erfolg! Jetzt wollen wir wie Ahlen auch das Finale gewinnen! Dem Verein und den Fans etwas geben, wovon sie vielleicht schon viele Jahre träumen. Es sind noch ca. 4 Wochen bis zum Finale, und da brauche ich meine Jungs nicht motivieren. Als Leistungssportler weiß man, wenn man im Finale steht, will man das auch gewinnen!

Noch fast vier Wochen sind es bis zum großen Pokal-Knüller in Ahlen. Bis dahin müssen die wichtigsten Personalentscheidungen getroffen sein. Bisher sind meines Wissens nur vier Spieler für die neue Saison fix. Es war zu hören, dass viele Spieler ihren Verbleib in Wattenscheid ganz eng mit deiner Person verknüpfen.Wie ist der momentane Stand der Dinge?
Grundsätzlich sollte es in einem Verein so sein, dass man seine Entscheidung unabhängig davon macht, wer Trainer ist oder im Aufsichtsrat sitzt. Jeder ist zu ersetzten, ob Spieler, Trainer, Aufsichtsrat. Der Spieler sollte zum Verein passen und anders herum genauso! Das es bei uns nicht immer so einfach ist, ist doch auch nichts Neues. Es sollte niemand Panik bekommen. Wenn man überlegt, wie wir es geschafft haben im Sommer eine so tolle Mannschaft aufzubauen. Ich habe Vertrag in Wattenscheid und verstehe die Diskussionen nicht. Wer verlässt schon gerne sein Wohnzimmer! Wir haben hier etwas aufgebaut und das schmeißt man nicht einfach so weg! Fakt ist doch, das ich als Trainer/Spieler immer eine Perspektive haben will, um mich weiterzuentwickeln - auch um den Fans nach jahrelangem Theater Freude zu bereiten! Wir müssen besser werden, das ist immer mein Anspruch! Dass es bei uns noch viel zu tun gibt, das ist doch kein Geheimnis - umso wichtiger ist es, dass wir immer daran arbeiten, besser zu werden!

Also hat Wattenscheid 09 auch in der Saison 2016/17 eine starke Regionalliga-Truppe?
Wir müssen in Wattenscheid vor lauter Tradition und Träumerei realistisch bleiben. In Wattenscheid wird es immer und jedes Jahr um den Klassenerhalt gehen, da brauchen wir uns alle nichts vorzulügen. Wenn es wie diese überragende Saison anders ist, freuen wir uns umso mehr. Mehr als hart arbeiten können wir nicht! Die Leute, die jetzt meinen, mit einem geringeren Etat als diese Saison die nächste Saison wieder oder noch mehr als diese Saison zu erreichen, denen müssen wir mit gesundem Realismus einfach frühzeitig den Wind aus den Segeln nehmen. Wir werden alles daran setzen, auch in der nächsten Saison hart zu arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen das kann ich versprechen!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den Rest der Saison.
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