Geschichte des Segelflugs in Weeze - Ausstellung im RAF-Museum Laarbruch-Weeze

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„Schon Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts fanden sich in Weeze junge Leute in Ihrer Freizeit zusammen, um Segelflugzeuge zu bauen und zu fliegen“

So hat das Royal Air Force Museum Laarbruch-Weeze eine Ausstellung über die Segelflugaktivitäten in den 30er- und 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf dem Segelfluggelände „Petrusheim“ auf der Hees bei Weeze zusammengetragen. Dieses Segelfluggelände lag auf dem westlichen Rand des Geländes der späteren Station Laarbruch der Royal Air Force.

Zwei Zeitzeugenberichte


Aus jenen fernen Tagen liegen noch Zeitzeugenberichte vor, wie diejenigen von Willi Janssen aus Weeze und von Karlheinz Derwall aus Roetgen. Ausgehend von diesen Berichten konnten historische Dokumente und Fotos aus der in den Berichten angesprochenen Anfangszeit der Segelfliegerei auf der Hees bei Weeze zusammengetragen werden und zu einer spannenden Ausstellung zusammengestellt werden. Die Ausstellung deckt den Zeitraum zwischen ca. 1930 bis ca. 1945 ab.

Bekannte Namen


Bekannte Namen aus dieser Zeit, wie die Weezer Segelflieger und späteren Segelfluglehrer Weyermanns, und der Spiritus Rector der Weezer Segelfliegerei, der spätere Weezer Gemeindedirektor Jean Liesting, treten wieder ins Blickfeld. Die Zeitzeugenberichte Janssen und Derwall liegen begleitend zur Ausstellung für die Ausstellungsbesucher als Sonderdrucke bereit.

Historischer Ablauf


Die Ausstellung folgt dem historischen Ablauf. Sie dokumentiert die vereinsbasierte Hobby-Segelfliegerei, die sich sich in Weeze gegen Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhundert aus Sportvereinen heraus unter reger Beteiligung des in Weeze traditionellen Schreinerhandwerks entwickelt hatte. Weeze – das Schreinerdorf. Und sie zeigt den Übergang dieser Hobby-Segelfliegerei in das von der Nazi-Diktatur hierfür etablierte Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK), in dem zwangsweise alle privaten fliegerischen Motor- und Segelflugaktivitäten zusammengefasst und in dessen Sinne einer paramilitärischen Organisation zur Förderung der Luftfahrt allgemein und militärisch weiterbetrieben und weiterentwickelt wurden. Dem NSFK wurde hierbei im Jugendbereich zugearbeitet durch Gliederungen der Hitler-Jugend (HJ), wie Modellbau-HJ und Segelflieger-HJ, in deren Ortsgruppen junge Leute begeistert mitmachten.

Paramilitärische Segelflugausbildung


An diesem Beispiel zeigt sich symptomatisch, wie eine Diktatur junge Leute an sich bindet, um sie dann für ihre Zwecke einzusetzen, im Falle der Segelfliegerei für den schon frühzeitig geplanten und später parallel laufenden Krieg. Das NSFK betrieb in der Folge auf dem Segelfluggelände „Petrusheim“ eine straff geführte paramilitärische Segelflugausbildung zur Gewinnung und Vorausbildung von Piloten für die damalige Luftwaffe. Der Zeitzeuge Willi Janssen wurde nach seiner relativ frühen Segelfliegerausbildung Pilot bei der Luftwaffe und war dort bis 1945 im Einsatz. Der noch im Sommer 1944 auf auf dem Segelfluggelände „Petrusheim“ ausgebildete Zeitzeuge Karlheinz Derwall wurde hingegen, nach seinem erfolgreich absolvierten Segelflieger-Leistungskurs, nur noch zum Ausheben von Panzergräben eingesetzt.
Text: Royal Air Force Museum, alle Fotos: Steve
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