Angst vor der Türkei?

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Volles Haus beim Wintervortrag: Unter den Gästen war auch der Bürgermeister der Gemeinde Weeze, Ulrich Francken (3. v. rechts).

Mit über 400 Gästen ist die Wintervortragsreihe des Luftwaffenstandortes Kalkar/Uedem gemeinsam mit dem Regionalkreis Niederrhein der Deutschen Atlantischen Gesellschaft in das neue Jahr gestartet.

Das Thema „Die Türkei – eine unberechenbare Partnerin Deutschlands“ hatte durch den schrecklichen Anschlag von Istanbul nur 24 Stunden zuvor eine traurige Aktualität. Ein heißes Eisen ist das Verhältnis der Türkei zu Europa und zur NATO ohnehin, daran erinnerte auch Generalleutnant Joachim Wundrak: „Schließlich nutzen neben den US-Streitkräften seit wenigen Tagen auch deutsche TORNADO-Aufklärungsmaschinen die türkische Luftwaffenbasis Incirlik für ihren Einsatz gegen den sogenannten Islamischen Staat.“ Gemeinsam mit dem Regionalleiter Niederrhein, Oberstleutnant a. D. Michael Urban, konnte General Wundrak den türkisch-stämmigen Journalisten Baha Güngör, der für renommierte Medien wie den Bonner Generalanzeiger, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und die Deutsche Presse Agentur gearbeitet hatte, begrüßen. Unter den Gästen waren auch der Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Kalkar, Günter Pageler, sowie Ulrich Francken, erster Bürger der Gemeinde Weeze.
Baha Güngör ist Autor des Buches „Die Angst der Deutschen vor den Türken und ihrem Beitritt zur EU“. Das Werk gilt als Messlatte für die zahlreichen Publikationen die zum Thema Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union erschienen sind. In seinen Ausführungen ging der Referent auch auf diese, seit 2004 laufenden Verhandlungen ein. Er erinnerte daran, dass erst eines von 82 Kapiteln vollständig abgeschlossen werden konnte, während ein Staat wie Kroatien, mit dem die Beitrittsverhandlungen im gleichen Jahr begannen, längst EU-Mitglied ist. Güngör warnte jedoch ausdrücklich vor einem Abbruch der Verhandlungen: „Das wäre fatal.“ Die Türkei sei das einzige islamische Land, das sich in Richtung Westen orientiert. „Wenn der Westen diesen Partner verliert, werden die Gräben zwischen dem Nahen und Mittleren Osten und dem Westen unüberwindbar“, so Güngör. Auch die Integration von Kriegsflüchtlingen in den Staaten Westeuropas hänge entscheidend von der Türkei ab, so der Referent weiter. „Deutschland und die Türkei sitzen in einem Boot“, so der Journalist. Das Thema werde Deutschland und Europa noch lange beschäftigen.
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