I.S.A.R.: Ebola nimmt 20 Millionen Menschen in Geiselhaft

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Weeze: Airport Weeze |

Thomas Laackmann uund seine Kollegen Mareike Illing und Heiner Fricke hatten am Mittwoch kein Fieber. Das war die gute Nachricht für Dr. Daniela Lesmeister von I.S.A.R. Germany in deren Auftrag die drei Heimgekehrten im westafrikanischen Liberia zwei Isolierstationen für Ebola-Opfer aufbauten.



I.S.A.R Germany und action medeor gehörten zu den ersten deutschen Teams, die im Kampf gegen die tückische Krankheit in Afrika aktiv geworden sind. Das erste Hilfsprojekt, das insgesamt 44 Patienten aufnehmen und behandeln kann, ist nunmehr vorerst abgeschlossen, die Kosten von rund 580. 000 Euro trug größtenteils die Else Kröner-Stiftung.

Alles musste organisiert werden


„Es ist uns sehr schnell gelungen, einen geeigneten Platz für die Zelte zu finden“, berichtete Einsatzleiter Thomas Laackmann in der I.S.A.R-Trainings Base auf dem Airport Weeze. Problematisch: Alles andere, um die Zelte in der Hauptstadt Monrovia aufbauen zu können, darunter Kran, Maschinen und anderes Hilfsgerät, musste umständlich organisiert werden.
Ihre Hilfe wurde dringend benötigt, wie die drei Helfer berichteten: Vor den Toren der Isolierstationen warteten täglich Menschen, die vom tückischen Virus infiziert waren oder lagen Tote in den Straßen der Stadt. Thomas Laackmann ging besonders eine Situation nah: Das kleine Mädchen, dessen Vater in die isolierstation aufgenommen wurde und das anschließend alleine auf der Straße stand: „Die Patienten und Angehörigen stehen unter einem enormen emotionalen Druck.“

Alltag den Menschen entrissen


Mareike Illing ergänzt: „Der Alltag wird den Menschen dort weggerissen, Schulen, Universitäten und andere Einrichtungen sind geschlossen.“
Heiner Fricke: „Uns ist heden Tag vor Augen geführt worden, wie wichtig unser Einsatz für die Menschen dort ist.“ Ohne die internationale Hilfe liegt die Sterblichkeitsrate bei 70 Prozent mahnt Laackmann, unter guten Bedingungen steigt die Heilungsschance auf 50 Prozent.
Landesweit gäbe es, so Christoph Bonsmann von action medeor, über 3000 Ebola-Fälle, aber nur 400 Betten, wo Patienten versorgt werden könnten: „In der Region (Liberia, Guinea, Sierra leone) hat Ebola rund 20 Millionen Menschen in Geiselhaft genommen.“

Spendenaufkommen ist zu gering


Darum sei die Hilfe enorm wichtig und vor allem die Spendenbereitschaft der Deutschen. Daniela Lesmeister: „Anders als bei anderen Katastrophen ist diese bei Ebola wesentlich geringer.“Und wenn nicht geholfen werde, bestehe die Gefahr, dass der Virus auch nach Europa gelangt ...
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1 Kommentar
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Lothar Dierkes aus Goch | 02.10.2014 | 23:24  
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