Stadt Wesel erinnert an Ingeborg ten Haeff, die bis zu ihrem 13. Lebensjahr in Wesel lebte

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Ingeborg ten Haeff bei der Weseler Ausstellung im Jahr 2006. (Foto: privat)
 
Ein Werk aus der Reihe "Hangar Series". (Foto: privat)

Die Stadt Wesel erinnert an die Weseler Künstlerin Ingeborg ten Haeff, die am 31. Juli 2015 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Ingeborg ten Haeff, Tochter von Emmy Lindenberg und Hugo ten Haeff, wurde in Düsseldorf geboren, zog jedoch mit ihren Eltern sehr bald nach Wesel, der Geburtsstadt des Vaters Hugo ten Haeff.

Hier verbrachte sie ihre Kindheit in dem Haus an der Rohleerstraße 11, welches der Vater 1917 erworben hatte. Auch nach dem Unfalltod des Vaters in 1921 blieb die Familie noch einige Jahre in Wesel. 1928 erfolgte der Umzug nach Berlin.
Sehr früh faszinierten Ingeborg ten Haeff die Musik und das Theater. So war es keine Überraschung, dass sie zunächst in der Zeit von 1933 bis 1940 Gesang in Berlin studierte.

Bei einem Abendessen verliebte sich Ingeborg ten Haeff in den Brasilianer Dr. Lutero Vargas, Sohn des damaligen brasilianischen Präsidenten. Lutero Vargas studierte zu dieser Zeit in Berlin Medizin. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs musste er nach Brasilien zurück.

Ingeborg ten Haeff folgte ihm kurze Zeit später, und sie heirateten 1940 in Rio de Janeiro. Dort nahm sie 1942 Unterricht beim polnischen Bildhauer August Zamoyski. Ende der 40er Jahre trennte sie sich von ihrem Mann und ging nach New York. Dort arbeitete sie als Assistentin des großen Kunstkenners und -händlers J. B. Neumann. Hier gewann sie Einblicke in die New Yorker Kunstszene.

1948 heiratete sie den Architekten und Stadtplaner Paul Lester Wiener. Mit ihm unternahm sie viele - auch längere - Reisen nach Südamerika. Die dabei gewonnenen Eindrücke prägten sich tief bei Ingeborg ten Haeff ein.
1957 begann sie unter Anleitung von Elsa Tennhardt, Professorin an der New Yorker University, zu malen und zu zeichnen, um ihre Erlebnisse und Eindrücke der Reisen zu verarbeiten.

Anfang der 60er Jahre fand Ingeborg ihre ganz eigene Formensprache, in der sie ihre Visionen darzustellen vermochte. Mitte der 60er Jahre kamen zu spirituellen Figuren im Kosmos noch Blumenstilleben dazu. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wechselte sie von den kosmischen Räumen zu eher architektonisch strukturierten Bildgefügen.

Nach dem Tod ihres Mannes 1967 legte Ingeborg eine künstlerische Pause ein.
Sie lernte in dieser Zeit den Slawisten und Übersetzer John Lawrence Githens, Professor für Russisch am Vassar College in Poughkeepsie/New York, kennen. Sie heirateten 1969.

Nunmehr verlagerte sich ihre Arbeit in die Fertigung von Portraits, die von ihrer psychologischen Sichtweise geprägt waren. In den 70er und 80er Jahren malte sie dann abstrahierte menschliche Bildnisse, die bestimmte psychische igenschaften sichtbar machen. Sie entdeckte auch den Kleiderbügel als Kunstwerk. Sie entwarf menschenähnliche Kleiderbügel, Oberkörper aus Holz und gab ihnen durch die Bemalung ganz wesensverschiedene abstrahierte menschliche Züge.

Wie bereits in früheren Jahren unternahm Ingeborg in den 70er und 80er Jahren viele lange Reisen, unter anderem nach Zentralamerika, Japan, Südkorea, Burma, Indonesien und zuletzt 1992 nach Thailand. Ingeborg ten Haeff starb am 21.05.2011 in New York.

Ihre Werke wurden oftmals in New York ausgestellt. Die Stadt Wesel widmete ihr im Frühjahr 2006 eine große Ausstellung. Eine besondere Ehre war, dass Ingeborg ten Haeff zur Eröffnung der Ausstellung in Begleitung ihres Ehemannes John Githens selbst nach Wesel kam. Sie war damals bereits 90 Jahre alt.
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2 Kommentare
Dirk Bohlen aus Wesel | 20.07.2015 | 15:25  
5.803
Neithard Kuhrke aus Wesel | 21.07.2015 | 11:41  
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