Willkommen in Wesel: Stadtbücherei hängt sich rein in die Flüchtlingslernarbeit

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Das Weseler Kultur- und Bildungstrio beim Pressetermin. (Foto: JUK)
 
Darum geht's! (Foto: Wolfgang Berg)

So eine Bücherei ist nicht bloß ein städtisches Gebäude. Sie ist ein Haus der Bildung, Treffpunkt, Leserattendock, Internet-Hotspot, Anlaufstelle für Schulprojekte, Vorlesestützpunkt und manchmal auch ein bisschen Kindergarten.

Auch Flüchtlinge gehören zu den Nutzern der Bibliothek, wie Beigeordneter Daniel Kunstleben im Pressegespräch betont: "Einige haben aufgrund ihres Aufenthaltsstatus die Möglichkeit, auch Medien auszuleihen, andere dürfen nur Medien (wie Bilderbücher) ansehen und/oder in der Bücherei nutzen." Und eines haben die Migranten mit allen Besucher/innen gemeinsam: Sie kommen zum Lesen und zur Wissenserqeiterung.

Die Büchereimitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden immer wieder gefragt, ob es Bücher / Zeitungen in der jeweiligen Landessprache oder „Lehrer/-innen“ in der Bücherei gibt, die ihnen die deutsche Sprache vermitteln könnten.
"Zum einen ist es großartig zu erleben, dass Flüchtlinge sehr bald nach ihrem Eintreffen in Wesel die Stadtbücherei aufsuchen, zum anderen konnte die Bücherei die an sie gestellten Hoffnungen oder Erwartungen in dieser Beziehung zunächst nicht erfüllen!", sagt der Dezernent.

Unter der Überschrift „Willkommen in Wesel“ erarbeiteten die Büchereimitarbeiterinnen und - mitarbeiter ein Konzept, das auf die Bedürfnisse junger und erwachsener Flüchtlinge und deren Familien zugeschnitten ist. Dazu erklärt die Kulturbeauftragte Heike Kemper: "Die von der Bücherei vorgeschlagene Maßnahme hat die Bezirksregierung Düsseldorf in der Form überzeugt, dass sie sich mit 60 Prozent an den Gesamtausgaben (knapp 18.000 Euro) beteiligte.

Im Einzelnen wurden folgende Komponenten miteinander verbunden, um
Medienpakete mit 204 zweisprachigen Kinderbüchern (auch in arabischer Sprache), die ab sofort in der Kinder- und Jugendbücherei in einem besonderen Stufenregal bereit stehen und zur Benutzung einladen. Das Angebot beinhaltet Bildwörterbücher genauso wie zweisprachige Erzählungen.

Somit bietet die Weseler Stadtbücherei ihren kleinen Kunden einen 421 Bücher umfassenden Bestand an (rund 200 Bücher waren schon vorhanden). Auch 232 Sprachführer für Erwachsene wurden gekauft sowie der Online-Zeitungs-/Zeitschriftendienst „PressReader incl. Rechner, Monitor, Tastatur und Maus.
Erwachsene können auf insgesamt 1.300 Bücher zurückgreifen, wovon allerdings knapp 1.000 Bücher in englischer Sprache schon vorhanden waren.

Büchereileiter Wolfgang F. Berg: "Mit der Bereitstellung von Medien und freundlicher Raumgestaltung allein erreichen wir die Zielgruppe nicht. Dass wir Bücher in arabischer (16), französischer (60), polnischer (10), russischer (39), türkischer (100) Sprache haben, können wir zwar kommunizieren, aber diese Bücher müssen auch in die Hand genommen, angeschaut und gelesen werden."

Daher seien in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfeverein Wesel e.V. unter der Überschrift „Buch und mehr – ein besonderes Angebot an Flüchtlinge und ihre Kinder in Wesel“ außerdem Vorlesestunden /Erzählstunden für Kinder geplant.

In kleinen Gruppen kommen derzeit schon Kinder, begleitet von Mitarbeitern des Flüchtlingshilfevereins in die Bücherei, lernen nach und nach Teile des Angebotes kennen, ab sofort in erster Linie natürlich die Bücher in dem schönen Stufenmöbel.
Ziel ist, über den Kontakt mit den Kindern deren Eltern anzusprechen, und diese zu einem Besuch in der Bücherei zu animieren.

So ist auch angedacht, im Laufe der Zeit Eltern oder ältere Geschwisterkinder zu finden, die Kindern in deren Muttersprache vorlesen.
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1 Kommentar
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 20.11.2016 | 00:24  
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