Aus der Sicht eines Redakteurs: Mein siebter Sinn und Mias verborgene Publikations-Talente

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Mia Steffens hatte ihre redaktionellen Aufgaben voll im Griff. (Foto: MS/dibo)
Mitte der Neunziger Jahre, als es in Zeitungsredaktionen noch genügend Zeit und Muße gab, um sich mit Praktikant*innen herumzuschlagen, da hatten wir die Anke aus Xanten. Die war gut. Nach ihr kam lange nichts Vergleichbares und wir gaben es bald auf, Praktikanten zu beschäftigen.

Dann kam vor kurzem Mia aus Hamminkeln. Auf den ersten Blick eher introvertiert, fast ein bisschen muffelig, könnte man meinen. Könnte man.

Aber die 16-jährige KDG-Schülerin erwies sich als Bereicherung des Redaktionsalltags. Schockte uns zum Einstieg mit dem Hinweis, dass Schulpraktika überall gleich liefen: Schüler sitzen in der Ecke ihre zwei Wochen ab und bekommen nur Luschenarbeit.
Wenn überhaupt.

Mia wollte mehr und bekam mehr: Mit erstaunlicher Auffassungsgabe schulterte sie alle ihr gestellten Aufgaben. Okay, wir kamen ihr entgegen. Ließen sie übers Internet und Facebook schreiben.
War ja thematisch ganz einfach, könnte man meinen. Könnte man.

Unsere Erfahrungen sind andere. Sag einem Teenager: Schreib mal darüber, und sie/er sitzt da und denkt erstmal 'ne Stunde lang nach. Um dem Nachfrager dann zu sagen, dass sie/er nicht weiß, wie man das macht. Mia nicht. Nach einer Stunde hatte sie ihre Aufgabe zumeist abgehakt. Inhaltlich ansprechend und (was mich ebenfalls zutiefst verwunderte) nahezu fehlerfrei.
Das macht sie nicht zu einer guten Journalistin - aber es ist ein Anfang.

Als hätte ich's nicht geahnt, als sie sich bei uns vorstellte ... (Zwinkersmiley)

Mitte der Neuziger wars Anke aus Xanten.
Jetzt wars Mia aus Hamminkeln.

In Zukunft müssen sich alle an ihr messen lassen.
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