Berufskolleg Wesel: Größte Schule im Kreis Wesel vor neuen Herausforderungen

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Das Berufskolleg Wesel kann sich über eine erstaunliche Entwicklung freuen:
Gegen den Trend der demographischen Entwicklung steigt die Schülerzahl der Einrichtung in Wesel-Feldmark um 2,3 Prozent auf 3.359 Schüler/innen.

Noch ein bisschen mehr Statistik: 1.543 Auszubildende absolvieren eine Ausbildung des dualen Systems – das entspricht dem Niveau des Vorjahres. 160 Lehrerinnen und Lehrer, zwei Schulsozialarbeiter, drei pädagogische Mitarbeiter, vier Sekretärinnen und zwei Hausmeister arbeiten für die berufliche Bildung vor Ort. Zusammen mit Mitarbeiterinnen der Cafeteria und den Reinigungskräfte sind das knapp 200 Menschen. Damit ist das Berufskolleg die größte Schule im Kreis Wesel und am rechten Niederrhein.

Und sie ist aktuell noch größer geworden, denn zu den Schüler/innen aus 32 Nationen von Afghanistan bis zur Türkei kommen weitere 20 hinzu, die jetzt die erste Flüchtlingsklasse am Kolleg bilden. Die jungen Erwachsenen sind im Alter zwischen 15 und 18 Jahren

Schulleiter Christian Drummer-Lempert lobt das koordiniertes Verfahren über die Integrationsstelle des Kreises, über das bereits 17 Flüchtlinge in verschiedenen Klassen aufgenommen wurden.

Die Schule steht also vor besonderen Herausforderungen: Die Flüchtlinge sollen aktuell rund 14 Stunden Unterricht erhalten – demnächst dann auch in weiteren Fächern. Damit wächst ihr Wochenvolumen im Idealfall auf etwa 32 Stunden.
Weitere Klassen werden erwartet. Drummer-Lempert: „Es gibt ein großes Engagement im Kollegium, wir erwarten weitere Zuweisungen und neue Klassenbildungen.“

Ziel des Unterrichts sei ein „möglichst schneller Spracherwerb, dann umgehende
Eingliederung in Bildungsgänge mit beruflicher Orientierung nach Neigung
und Fähigkeiten“. Darüber stehe natürlich der Erwerb von Schulabschlüssen mit Erweiterung beruflicher und persönlicher Kompetenzen.

Besonders erfreulich für Berufskolleg: Es gibt einen im beruflichen Gymnasiums-Zweig (Wirtschaftsgymnasium, Gesundheit, Ingenieur, Freizeitsportler). Damit erreicht die Schule ein Rekordzahl: Insgesamt 561 Schüler/innen lernen im Beruflichen Gymnasium. Im letzten Schuljahr gab es 108 Abiturienten, aktuell besuchen 171 Schüler/innen die Klasse 13.

„Es hat sich herumgesprochen: Das berufliche Abitur wird bei Unternehmen
stark nachgefragt, beispielsweise in Baden-Württemberg wird jedes dritte Abitur an einem beruflichen Gymnasium erworben1“, betont der Schulleiter. Das könne Startvorteile beim Studium mit sich bringen.

Im Vergleich zu anderen Berufskollegs in der Bezirksregierung Düsseldorf hat das Kolleg Wesel weit überdurchschnittliche Abschlussquoten, zum Beispiel über 300 Fachabitur-Absolventen, 9,5 Prozent Abschluss-Plus in den Aussbildungsberufen der Agrarwirtschaft, allein im Bereich Garten-Landschaftsbau gibt es 160
Auszubildende (+ 13,5 Prozent).

Doch Christian Drummer-Lempert sieht auch Hürden auf sich zukommen, beispielsweise die Inklusion, die ohne Änderung der Klassengrößen in die Abläufe eingearbeitet werden muss. Und die enorme Größe der Schule bringt neuen Bedarf mit sich: „Wir suchen Lehrkräfte!“, so der Kolleg-Chef, der zuversichtlich in die Zukunft blickt.
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