Stimmen zum Tod von Pastor Walter Stempel

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Walter Stempel, ehemaliger Superintendent und Pfarrer in Wesel
Pfarrerin Sarah Brödenfeld in einer Andacht am Todestag von Walter Stempel bei der Adventsfeier des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel:

Guter Gott, wir vertrauen dir Walter Stempel an, dessen tragischer Tod uns in diesen Stunden schockiert und stumm zurücklässt, der in dieser Stadt und in unserer Gemeinde (und besonders auch hier im Willibrordi-Dom) gelebt und gewirkt hat mit festem Vertrauen auf dein Wort und deine Verheißung.

Wir bitten dich: Lass ihn nun deine Herrlichkeit schauen, die er geglaubt und verkündigt hat. Sei bei den drei Kindern, (und bei allen, die über seinen Tod erschrocken und traurig sind), umfange sie in ihrer Ohnmacht und Trauer mit deinem Trost.



Dr. Guy Rammenzweig, Pfarrer i.R. und früherer Schulreferent und Leiter eines Predigerseminars der Ev. Kirche im Rheinland:

Es war schön, Walter Stempel Dank abstatten zu können, nachdem ich 1997 in seinem alten Dienstbüro meinen neuen Arbeitsplatz (Schulreferat) fand. Wenigstens einmal die Woche besuchte er mich und brachte „Fundsachen“ aus dem Archiv mit, und zwar nicht nur schulische Dokumente. Mein Kontakt zu ihm wurde in dieser Zeit so persönlich, dass mich ein- zweimal seine Frau bat, ihm doch das und das nahezubringen, vielleicht höre er ja auf mich...

Wir haben viel geschmunzelt und gelacht über einiges, was heute in der Kirche so wichtig geworden zu sein scheint. Walter Stempel hat mich am II. Advent 1980 ins Pfarramt der Gemeinde Brünen eingeführt und mich unauffällig beraten, unterstützt und auch dann freundlich beobachtet, wenn ich auf der Synode gegen KSV und Superintendent opponierte. Viel, viel später habe ich schätzen gelernt, dass er auch komplizierte Sachverhalte sehr knapp und prägnant (oft auf 1 Seite!) darstellen konnte.

Eine Episode ist in meiner Erinnerung wach geblieben: mit dem Pfarrkonvent besuchten wir die Schill-Kaserne. Am Ende überreichte ihm der leitende Offizier zur Erinnerung an unseren Besuch eine Wandplakette mit dem Bild einer Lance-Rakete. Solche Kurzstreckenraketen hatte das Weseler Kontingent aufgestellt - sie hätten bis Münster ihr "Ziel" - welches? - treffen können. Kurz vorher war aber Walter Stempel mit dabei gewesen, als ein Bus voller Kirchenleute aus Wesel und Umgebung der Einladung des Superintendentenkollegen Peter Beier zu einem Gottesdienst nach Jülich gefahren war. Es ging um den Protest gegen die Aufstellung der Pershing II - Raketen („Nato-Doppelbeschluß“). Wir waren gespannt, was Walter Stempel machen, bzw. auf die Gabe antworten würde. Er, knapp wie immer: „Na ja, ich kann die Plakette ja verkehrtherum irgendwo aufhängen.“


Karl-Heinz Tieben, Vorsitzender des Willibrordi-Dombauvereins:

Walter Stempel war von 1964 bis 2001 Mitglied des Dombauvorstands, 1987 bis 2001 als Vorsitzender. Auch danach nahm er noch lange regen Anteil am Geschehen im Dom. Unvergessen sind seine vielen kirchen- und kulturgeschichtlichen Vorträge und seine unzähligen interessanten Domführungen. Mit seiner großen Sachkenntnis, seinem klaren Urteilsvermögen, seiner Durchsetzungsfähigkeit und seinem großen historischen Wissen hat er die Vollendung des Wiederaufbaues Wesels alter Stadtkirche vorangetrieben und die Geschicke des Dombauvereins maßgeblich mitbestimmt.

Nach dem erfolgreichen Wiederaufbau widmete er sich intensiv dem Ziel, den Dom auf Dauer auch finanziell abzusichern. Als einer der Gründungsväter der hierzu geschaffenen Dombaustiftung durfte er das Anwachsen des Stiftungskapitals mit erleben. Walter Stempels große Verdienste um den Wiederaufbau und den dauerhaften Erhalt des Willibrordi-Doms als das Wahrzeichen der Stadt Wesel und Symbol ihrer Geschichte bleiben unvergessen.



Martin Schmidt, Schulpfarrer am Berufskolleg in Wesel:

Im Herbst 1986 habe ich meinen Dienst am Berufskolleg / im Kirchenkreis aufgenommen, pendelte zunächst noch von Mülheim nach Wesel, bis wir 1987 in Bislich ein neues Zuhause fanden. Nach wenigen Wochen im neuen Heim hat uns dort Superintendent Stempel (mit seiner Frau) besucht, um uns willkommen zu heißen, ein wenig kennen zu lernen und uns alles Gute zu wünschen - eine Geste der Wertschätzung und Achtsamkeit gegenüber dem jungen neuen Kollegen und seiner Familie...



Michael Wrobel aus Wesel (über lokalkompass):

Bei ihm hatte ich meinen Konfirmandenunterricht, war immer lustig bei ihm.

Barbara Wolbring aus Wesel (über lokalkompass)

Zünden wir eine extra Kerze an und nehmen ihn in unser Gebet auf.
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