Achtung vor der Natur

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Einer der vielen schönen Blicke vom Weg

Genießen ohne zu stören


Wer einen tollen Ausblick sucht, kann am Radweg um den Lippemündungsraum nichts falsch machen. Von oben herab schaut man auf das Panorama aus Wiesen, Buchten und Inseln. Leider reicht dieser Genuss einigen Spaziergängern offenbar nicht aus. Ohne Rücksicht auf die rastenden Wasservögel setzen sie sich über geltendes Recht hinweg und durchqueren das Naturschutzgebiet nach Belieben, oft mit dem Hund an der Seite. Mitarbeiter des Naturschutzbundes und der Biologischen Station im Kreis Wesel teilen diese Beobachtung.

Mitunter sind es auch Hobby-Naturbeobachter oder -Fotografen, die die Wege verlassen, zum Beispiel um den Pelikan zu sehen, der sich zuletzt in der Lippemündung aufhielt. Dabei sind die Eskapaden ins Naturschutzgebiet nicht nur strafbar sondern für Tierbeobachter meist unsinnig. Viele Tiere flüchten schon aus großer Distanz, sobald ein Mensch ihnen ungewohnt nahe kommt. Sich unauffällig und störungsfrei durch eine Sandbank voller Enten und Kiebitze zu schleichen ist nicht schwierig sondern schlicht und einfach unmöglich.

Mit dem Hund erschreckt man Vögel und Co. erst recht, denn die Tiere erkennen im besten Freund des Menschen zu Recht eine Gefahr. Unsere liebsten Haustiere, Hund und Katze, sind Jäger. Sie sitzen an der Spitze der Nahrungs-Pyramide. Damit wären sie von Natur aus eigentlich selten, doch in Deutschland leben heute 5 Millionen Hunde –zwanzig mal mehr als es auf der ganzen Welt Wölfe gibt! Bei einer so enorm erhöhten Dichte muss der einzelne Hund und Hundebesitzer kürzer treten, sonst ist die Belastung für die Natur zu hoch. “Mein Hund ist auch Natur” ist deshalb keine Freikarte fürs Laufen- und Jagenlassen überall, genauso wenig wie “Ich wohne hier schon 20 Jahre”. Diese beiden Antworten begegnen allen, die den Mut haben, die Täter anzusprechen.

Auslaufflächen für Hunde soll es bitte gerne geben, aber dafür dürfen nicht die Naturschutzgebiete herhalten. Die Biologische Station und der Naturschutzbund halten deshalb alle dazu an, Schutzgebiete wie die Lippemündung von den Wegen aus zu genießen. Und wer zu genießen versteht, wird dabei reichlich auf seine Kosten kommen.
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