Das Schwarze Wasser als Heideweiher - Warum die Bäume fallen

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Kahlschlagfläche am Schwarzen Wasser
Bauarbeiten am Schwarzen Wasser?

Das Erstaunen war bei einigen Bürgern in den letzten Tagen und Wochen groß und es kam mit Recht die Frage auf, wer es sich warum erlaubt, im Naturschutzgebiet Wald abzuholzen. Die Maßnahme geschieht jedoch unter Federführung der Biologischen Station im Kreis Wesel. Sie ist Teil des Life+-Projektes „Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden“* und sie ist zwar brutal aber nicht wildwütig, sondern durchdacht und maßvoll.

Sie verfolgt zwei Ziele: Auf den gerodeten 2,4 Hektar sollen Heidearten gedeihen, das Schwarze Wasser also wieder stärker die Merkmale eines Heideweihers bekommen. Dazu zählt auch, dass es nicht verschlammen soll. Hierfür muss aber das Wasser in Bewegung bleiben. Zu diesem Zweck soll der Wind die Gelegenheit bekommen, Wellenschlag zu erzeugen. Dafür wiederum braucht es erfahrungsgemäß eine Länge von mehreren Hundert Metern ohne Hindernisse. Und so ergibt sich die andere Rechtfertigung für die Abholzungsarbeiten: Das Schwarze Wasser ist ohne sie nicht lang genug, um den nötigen Wind aufkommen zu lassen. Und deshalb wurde in Windrichtung ein Kahlschlag vorgenommen, dem nicht nur der „unnatürliche“ Kiefernwald sondern auch kleine Flächen von Laubwald geopfert wurden.

Mit anderen Worten: Die Arbeiten am Schwarzen Wasser sind das Ergebnis einer Abwägung zwischen Naturschutz und Naturschutz.

*Das Projekt läuft seit Anfang 2012 in Zusammenarbeit mit RVR, Forst und NRW-Stiftung und wird gefördert von EU, Land, Kreis Wesel und den Weseler Stadtwerken.
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