Illegale Hundezucht aufgelöst: Tierquäler hielten 270 Malteser in Schermbeck

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(Foto: privat)

Als das Veterinäramt Gabi Wettläufer über die angekündigte Beschlagnahmung einer Hundezucht in Schermbeck informiert, sagt die Tierheimleiterin umgehend ihre volle Unterstützung zu. Und so ziehen 65 Hunde, überwiegend Malteser und andere kleine Rassen, in das Tierheim ein.

"Wir waren schockiert, als wir die Hunde sahen", beschreibt Gabi Wettläufer den ersten Eindruck der vernachlässigten Zuchthunde. Die Tiere waren so verfilzt, dass einige ihre Augen nicht schließen konnten und andere sich nur mühsam auf den Hinterbeinen bewegten. Das ineinander verwobene Fell hatte die Vorderläufe wie Fesseln umschlossen.

Die Bilanz: Sechs Hunde müssen bei ihrer Ankunft intensiv tiermedizinisch versorgt und 61 Hunde komplett geschoren werden. Unter den geretteten Tieren sind auch mehrere vier bis fünf Wochen alte Welpen.

"Die Hundezucht in Schermbeck stand schon länger unter behördlicher Beobachtung", lässt der Bundesverband Tierschutz e.V wissen. Die Tiere seien "nach Hinweisen unter schlechtesten Bedingungen gehalten" worden. Doch sobald das Kreisveterinäramt Kontrollen durchführte, bekamen die Beamten nur wenige ausgesuchte Zuchthunde zu Gesicht.

Die anderen Tiere wurden im Haus verborgen gehalten, so dass die ungefähre Zahl der Hunde bis zur richterlichen Durchsuchung am 3. März weitgehend offen blieb. 270 Hunde wurden dann von 17 Mitarbeitern des Kreises Wesel aus ihren düsteren Verstecken im Keller und auf dem Dachboden befreit.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird gegen die Hundezüchter ein Verfahren eingeleitet. Ihnen werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Last gelegt und ein Verbot der Hundehaltung und -betreuung angestrebt.

Inzwischen haben sich die Welpen, Hundemamas, werdende Mütter und Rüden im Tierheim Wesel eingelebt. Bei einigen müssen die Zähne saniert werden, bei anderen die Krallen, aber das Wichtigste steht ihnen nun in den kommenden Wochen bevor: Nämlich die Vermittlung zu liebevollen Menschen, die bereit sind, einem Hund das zu geben, was er braucht: ein schönes Zuhause auf Lebenszeit.

Träger des Tierheims Wesel ist der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT). Der Verband hat sein Tierheim in den vergangenen zwei Jahren umfassend renoviert und wird im April seinen neuen Tierarztraum einweihen. Wer sich für einen Schützling aus der fatalen Hundezucht interessiert oder mit einer Spende helfen möchte, wendet sich bitte an das Tierheim Wesel oder informiert sich vorab im Internet: http://www.tierheim-wesel.de
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2 Kommentare
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Karl-Hermann Hecheltjen aus Hamminkeln | 11.03.2016 | 17:16  
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Petra Maas aus Neukirchen-Vluyn | 12.03.2016 | 10:34  
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