NABU ruft zur Wintervogelzählung auf

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Stieglitz im Winter (Foto: NABU - Andreas Hartl)
 
Vogelbeobachtung im Winter (Foto: NABU)

Nachdem im vergangenen Winter ungewöhnlich wenige Vögel in Gärten und Parks bei der „Stunde der Wintervögel“ gesichtet worden waren, deuten erste Beobachtungen darauf hin, dass in diesem Jahr wieder mehr gefiederte Gäste an die Futterhäuschen kommen. Um hierzu umfassende Daten zu gewinnen, hofft der NABU auf eine hohe Teilnehmerzahl bei der „Stunde der Wintervögel“, die bundesweit vom 5. bis zum 7. Januar 2018 stattfindet.

Im Durchschnitt 17 Prozent weniger Vögel beobachteten die Teilnehmer im Winter 2017 im Vergleich zu den Vorjahren. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur rund 34 Vögel und acht verschiedene Arten sehen – sonst liegt der Schnitt bei etwa 41 und neun Arten. Vor allem bei den häufigen Wintervögeln, wie Kohl- und Blaumeise, aber auch Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 gemeldet. „Das hatte vermutlich nicht nur mit einem guten Nahrungsangebot in Polen, dem Baltikum und Russland zu tun“, sagt Heinz Kowalski, Vogelschutzexperte des NABU NRW. Rückfragen bei dortigen Ornithologen bestätigten ebenfalls geringe Bruterfolge polnischer und russischer Meisenbestände in 2016. Dies wirke sich natürlich direkt auf die hiesigen Bestände im darauffolgenden Winter aus.

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: „Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen, die dann wieder den Vögeln zur Ernährung ihrer Jungen während der Brutzeit fehlen.“

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.debis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Zählaktion im Januar 2017 beteiligten sich allein in Nordrhein-Westfalen über 23.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 16.100 Gärten und Parks mit über 460.000 gezählten Vögeln ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, die Amsel landete auf Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlemeise, Blaumeise und Buchfink.Weitere Infos gibt es auf der Homepage des NABU.
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