Notzeit für heimische Wildtiere

Reh im Winterwald (Foto: Peter Malzbender)

Die reizvolle Winterlandschaft lockt in diesen Tagen viele Menschen hinaus zu einem Spaziergang in unsere heimischen Gefilde. Ein in unserer Region nicht gerade alltägliches Naturerlebnis. Die Kreisgruppe Wesel im Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft dazu auf, bei dem Vergnügen bitte aber Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen.

Gerade das Niederwild der freien Feldflur wie Feldhase, Kaninchen, Reh, Rebhuhn und Fasan haben es jetzt bei der geschlossenen Schneedecke verhältnismäßig schwer, in Ruhe an ausreichend viel geeignetes Futter zu kommen. Das unbedachtsame Aufscheuchen der Tiere könne man weitgehend einschränken, so der NABU. Dazu rät der Naturschutzverband, Spazierwege möglichst nicht zu verlassen. Und wer einen geliebten Vierbeiner bei sich hat, möge diesen gerade jetzt nicht in Wald und Feldflur von der Leine lassen. „Wenn beispielsweise jetzt Rehwild von einem Hund gehetzt wird, kann dies fatale Folgen für das Schalenwild haben“, äußert sich besorgt der NABU-Vorsitzende Peter Malzbender. Der Stoffwechsel der Rehe sei zu dieser Jahreszeit auf vierzig Prozent herunter gefahren; eine plötzliche Flucht würde bei diesen klimatischen Bedingungen unglaublich viel Energie verbrauchen. „Zudem sind Rehe nicht gerade Ausdauerläufer. Hunde sind da ganz klar im Vorteil. Gerade jetzt im Winter kann Rehwild leicht einem Hetztod erliegen“, so der Naturschützer. Malzbender beklagt, dass mittlerweile sogar das Rehwild es ganzjährig zunehmend schwieriger hat, sich in unserer Landschaft gut zu versorgen. Die von der EU geförderten, neuen landwirtschaftlichen Anbaumethoden ließen kaum noch abwechslungsreichen Wildkräutern einen Lebensraum. „Bundesweit fordert der NABU eine dringend notwendige Agrarreform. Die finanziellen Unterstützungen aus Brüssel für die so praktizierte Landwirtschaft machen in bedrohlichem Umfang gerade auch am Niederrhein sogar vielen Allerweltsarten aus der Tier- und Pflanzenwelt den Garaus“, so der Weseler Naturschützer.
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