PETA fordert Landrat Ansgar Müller auf, Kutschfahrten im Straßenverkehr zu verbieten (mit Diskussion - siehe unten!)

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Beispielfoto (Foto: © 112-magazin.de)

Zwei ähnliche Vorfälle innerhalb eines halben Jahres: Am vergangenen Samstag kam es in Wesel erneut zu einem folgenschweren Unfall mit einer Pferdekutsche, bei dem ein Mensch und zwei Pferde schwer verletzt wurden. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat jetzt erneut Landrat Dr. Ansgar Müller gebeten, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Wesel zu prüfen – "zum Schutz von Mensch und Tier".

Die PETA-Pressestelle rekapituliert: Einer Polizeimeldung zufolge fuhr ein 69-jähriger PKW-Fahrer bei Bislichauf eine vorausfahrende Kutsche auf. Diese wurde dadurch von der Straße in die Böschung geschleudert. Der Kutscher erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden verletzten Pferde wurden in eine Tierklinik gebracht.

Bereits Ende Juni bat die Tierrechtsorganisation Landrat Müller ein Verbot von Pferdekutschen zu erlassen, nachdem bei einem schweren Kutschenunfall zwei Menschen schwer verletzt wurden und ein Pferd starb. PETA veröffentlichte Anfang 2015 das vierte Jahr in Folge einen neuen Pferdekutschen-Unfallrekord und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: Bei mindestens 60 Vorfällen wurden 2014 insgesamt 88 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt.

„Die Häufung von Unfällen mit Pferdekutschen sollte nun endlich zu einem Verbot dieser Gefährte auf Wesels Straßen führen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, denn Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten. Kutschen verfügen zudem weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone. Schwere Unfälle sind daher vorprogrammiert. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

Weiter formuliert der Verein: "Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

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2 Kommentare
Dirk Bohlen aus Wesel | 06.10.2015 | 14:08  
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Monika Albrecht aus Wesel | 07.10.2015 | 06:40  
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